Fahrprüfung 34 Jahre danach Spiegel, Schulterblick, Blinker

Burgsteinfurt -

Jahrzehnte liegt die Fahrprüfung bei Ralph Schippers zurück. Würde der Redakteur, mittlerweile ausgestattet mit reichlich Fahrerfahrung nicht nur mit dem Auto, die Hürde meistern und die Prüfung heute erneut wieder bestehen? Er machte die Probe aufs Exempel und stieg in den Fahrschulwagen der Fahrschule Hülsey.

Von Ralph Schippers
Hatten ihren Spaß bei der simulierten Prüfungsfahrt: Fahrlehrer Oliver Teupe von der Fahrschule Hülsey (l.) und sein Schützling von der Presse.
Hatten ihren Spaß bei der simulierten Prüfungsfahrt: Fahrlehrer Oliver Teupe von der Fahrschule Hülsey (l.) und sein Schützling von der Presse. Foto: Bernd Schäfer

Sie ist eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines vor dem Gesetz gerade erwachsen gewordenen Menschen: die praktische Führerscheinprüfung. Fast 34 Jahre liegt diese beim Schreiber dieser Zeilen zurück. Nach 20 Minuten war damals die Messe gelesen und der so begehrte Lappen in trockenen Tüchern. Besondere Vorkommnisse? Keine. Gute Vorbereitung ist hat alles. Wie aber sieht es heute im Jahr 2018 aus? Würde der Redakteur, mittlerweile ausgestattet mit reichlich Fahrerfahrung nicht nur mit dem Auto, die Hürde meistern und die Prüfung wieder bestehen? Er machte die Probe aufs Exempel und stieg in den Fahrschulwagen der Fahrschule Hülsey ein.

Spiegel, Schulterblick, Blinker setzen: Vom Startpunkt TÜV-Station im Seller Esch aus geht es los. Neben dem Prüfling sitzt Oliver Teupe, aktueller Inhaber der seit über 30 Jahren in Burgsteinfurt existierenden Fahrschule. Der 42-Jährige blickt auf eine 18-jährige Erfahrung als Fahrlehrer zurück und mimt heute den Prüfer. Es geht um den Kreisel an der Ochtruper Straße und dann sogleich auf die B 54 Richtung Borghorst. „Für Fahrschüler ist eine Fahrt auf der Kraftfahrtstraße eine große Herausforderung“, weiß der Fahrlehrer aus Erfahrung. Insbesondere das Eingliedern in den fließenden Verkehr stelle sich oft als schwierig heraus. Für seinen heutigen Schützling kein Problem, schließlich kennt er die Tücken der Pendlerstrecke von zahlreichen eigenen Fahrten. Abstand korrekt, im Doppelspurbereich rechtzeitig mit Blinker auf die rechte Spur gewechselt – es läuft.

„Bitte abfahren und am Ende wieder links abbiegen“, ertönt die Stimme des Fahrlehrers kurz vor der Abfahrt Bagno. Es geht auf den großen Parkplatz des Schlossparks, als es passiert. Es rattert nur kurz, als der Wagen die Sperrfläche der Abbiegespur touchiert. „Oh, oh!“, lautet der Kommentar des Fahrlehrers. Nach der Bremsübung aus 30 Stundenkilometern nach Ansage ist er dann aber wieder zufrieden. Trotzdem: Der Fauxpas mit der Sperrfläche hätte im realen Fall das Bestehen der Prüfung infrage gestellt.

Spiegel, Schulterblick, Blinker setzen: Weiter geht es in Richtung Burgsteinfurt. Der Prüfling zeigt sich souverän, meistert alle Hürden, die Tempolimits, Fahrradwege, Rechts-vor-Links-Kreuzungen und weitere mehr darstellen. Am Grünen Weg folgt eine weitere „Grundfahrübung“, wie es Teupe nennt: einparken. Der Redakteur zirkelt den Golf akkurat rückwärts in die Lücke. „Gut gemacht“, zeigt sich der Fahrlehrer beeindruckt.

Spiegel, Schulterblick, Blinker setzen: Über die Seminarstraße, die der Prüfling im verkehrsberuhigten Bereich korrekt im ersten Gang mit Schritttempo befährt, geht es zur Wettringer Straße und weiter zur Altstadt. Alexander-Koenig-Straße, Leerer Straße und Wilhelmsplatz stellen keine großen Herausforderungen dar. Dann folgt die Anweisung, in die Friedrich-Hofmann-Straße einzubiegen. Am Ende schreibt ein „Rechts-Abbiegen“-Schild die Fahrtrichtung vor. Das zweite Verkehrszeichen ist ein Stopp-Schild, das der Prüfling aber zu spät bemerkt. Die Haltelinie ist um rund einen halben Meter überfahren. Oha, spätestens jetzt wäre eine reale Prüfungsfahrt beendet gewesen.

Spiegel, Schulterblick, Blinker setzen: An der Arbeitsstelle des Redakteurs am Wippert angekommen, ist Fahrlehrer Teupe dennoch zufrieden mit seinem Schützling: „Man merkt, dass Sie ein routinierter Fahrer sind.“ Letzterer ist ganz froh, dass er den Lappen schon vor Jahren gemacht hat – und ihn weiter behalten darf. Die Erkenntnis nach der rund 45-minütigen simulierten Prüfungsfahrt: Immer hellwach im Verkehr sein – und nicht zu viel Routine einkehren lassen!

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