Bagno-Elyseum Grazien und Co. künden den Sommer

Burgsteinfurt -

Castor und Pollux, die beiden aus der griechischen Mythologie bekannten Zwillingsbrüder, waren ein wenig lädiert. Die übrigen elf Figuren des Bagno-Elysiums aber haben die vergangene Freiluft-Saison auf dem Platz vor der Konzertgalerie „sehr gut“ überstanden. Der das sagt, muss es wissen: Heinrich von den Driesch, Schöpfer des Skulpturen-Kabinetts, das im siebten Jahr seines Bestehens schon zu so etwas wie einem Klassiker im Park geworden ist. Zusammen mit zwei Mitarbeitern des städtischen Baubetriebshofes war der umtriebige Künstler am Dienstag damit beschäftigt, die aus Sperrholz bestehenden Figuren für die am 1. Mai beginnende Sommersaison wieder an Ort und Stelle aufzustellen.

Von Ralph Schippers
Aufstellung der „Drei Grazien“: Heinrich von den Driesch (l.) mit den beiden Baubetriebshof-Mitarbeitern Hermann-Josef Schultejann (M.) und Dennis Markfort.
Aufstellung der „Drei Grazien“: Heinrich von den Driesch (l.) mit den beiden Baubetriebshof-Mitarbeitern Hermann-Josef Schultejann (M.) und Dennis Markfort. Foto: rs

Was so einfach dahingeschrieben ist, entpuppt sich in der Realität indes schon als relativ aufwendige Aktion. Sind doch die Ausstellungsstücke relativ schwer und komplex verankert, damit sie Wind und Wetter standhalten. Vor allem Letzteres verlangte den Akteuren am Dienstag einiges ab: Immer wieder mussten sie gegen Regen- und Graupelschauer ankämpfen, wenn es gar zu arg wurde, half nur noch die Flucht in den Wagen. Den ganzen Tag über war das Trio so beschäftigt, erst am späten Nachmittag dann präsentierte sich das Ensemble in voller Pracht.

Dass der Restaurierungsaufwand in der Winterpause für von den Driesch relativ überschaubar gewesen ist, führt dieser auf die Verwendung von so genanntem Multiplex-Holz zurück, das er bei der letzten größeren Instandsetzung 2015 verwendet hat. „Diese Holzart ist hochwertig in der Verleimung, hat eine große Stabilität und ist so widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse“, doziert der frühere Kunstpädagoge am Borghorster Gymnasium. Zudem sei die Verankerung der Figuren weiter verbessert worden.

Bis in den November hinein werden Apoll, Grazien und Co. nun wieder auf dem Galerieplatz stehen und das Auge des Betrachters erfreuen. Der Künstler erhält viel positives Feedback für seine Aktion, die neben dem Förderverein Bagno Konzertgalerie auch von der Stadt Steinfurt unterstützt wird. Umso weniger kann er es verstehen, dass sie in offiziellen Broschüren oder beim Stadtmarketing mit keinem Wort erwähnt wird. Froh ist der 75-Jährige indes, dass er bei der Aufstellung von Bauhof-Mitarbeitern unterstützt wird. Insbesondere bei den größeren Figuren, immerhin über zwei Meter lang, ist einiges an Kraft und Geschick erforderlich, um sie in Position zu bringen. So wie bei Castor und Pollux, den beiden Zeus-Söhnen aus der griechischen Mythologie.

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