30-jähriger Borghorster vor dem Amtsgericht „Denen schieße ich die Reifen platt“

Borghorst -

Dass man mit einer unbedarften Äußerung auch schon mal vor dem Kadi landen kann, diese Erfahrung machte am Donnerstag ein 30-jähriger Borghorster. Während eines Sportlertreffens im August vergangenen Jahres in der Wohnung eines Bekannten an der Münsterstraße hatte er geäußert, dass er Autofahrern, die die Straße zu schnell oder laut hupend befahren würden, künftig „,mit dem Luftgewehr die Reifen platt schießen“ werde.

Die nach Aussage des Angeklagten eher witzig gemeinte und nicht „konkret gegen eine Person“ gerichtete Ankündigung kam indes nicht bei allen Anwesenden gut an. Wegen Nötigung wurde der 30-Jährige von der Frau einer der Teilnehmer angezeigt und zudem von der Polizei eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Letztere verlief negativ, wie der Mann vor Gericht gleich zu Anfang seiner Aussage deutlich machte. „Ich besitze keine Waffe.“

Die Durchsuchung seiner Wohnung indes war so abwegig nicht: Denn während er seinerzeit die Schieß-Drohung kundtat, surfte der Angeklagte mit dem Tablet auf Seiten von Händlern, die Luftgewehre zum Kauf anbieten.

Während der Verhandlung kamen drei Zeugen zu Wort, die an besagtem Treffen teilgenommen hatten. Sie machten teils widersprüchliche Aussagen zum Sachverhalt. Es kristallisierte sich heraus, dass nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gesagt werden kann, ob die Drohung, wie es die Anzeigenerstatterin angab, ihr beziehungsweise ihrem Mann galt. In diesem Sinne urteilte die Richterin, dass keine „unmittelbare, direkte Bedrohung festgestellt werden kann“ und der „Angeklagte deshalb, in dubio pro reo, freizusprechen ist“. Allerdings gab sie dem Borghorster den dringenden Rat, sich angesichts mehrerer Vorstrafen künftig genau zu überlegen, nochmals solche Aussagen in der Öffentlichkeit zu tätigen.

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