Waidmannsheil Große Einigkeit bei den Jägern

KREIS STEINFURT -

Die Jäger im Kreis stehen jetzt noch enger zusammen. Die Zeit einzelner dezentraler Jagdversammlungen ist Schnee von gestern. Jetzt fand der erste gemeinsame Kreisjägertag statt.

Von Marlies Grüter
Für Verdienste geehrt: Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden der Kreisjägerschaft Josef-Eugen Hersping (l.) und Ulrich Westhoff (2.v.r.) gratulierten den Preisträgern der Gehörnschau Benedikt Flothmann (Gold, r.), Willi Kamphues (Silber, Mitte) und F. Hibbe (2.v.l.).
Für Verdienste geehrt: Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden der Kreisjägerschaft Josef-Eugen Hersping (l.) und Ulrich Westhoff (2.v.r.) gratulierten den Preisträgern der Gehörnschau Benedikt Flothmann (Gold, r.), Willi Kamphues (Silber, Mitte) und F. Hibbe (2.v.l.). Foto: Marlies Grüter

„Ein Kreis – eine Jägerschaft – eine Versammlung“ – das Motto des ersten Kreisjägertages am vergangenen Freitag in Hövels Festhalle in Saerbeck war gleichzeitig Programm. „Wir Jäger im Kreis stehen zusammen“, machte Josef Daniel Jasper, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Steinfurt-Tecklenburg, in seiner Begrüßung deutlich. Und die bis auf den letzten Platz gefüllte Halle mit mehr als 400 Jagdgenossen aus allen 25 Hegeringen des Kreises gab ihm recht. Die bislang gepflegte Tradition der einzelnen Jagdversammlungen in den Altkreisen Steinfurt und Tecklenburg ist damit Geschichte. Der Kreisjägertag bot mit einer beeindruckenden Gehörnschau und vielen Informationsständen rund um die Jagd, der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft und einem anschließenden gemütlichen Steinfurter Jägerabend eine attraktive Tagungsfolge, musikalisch begleitet von den Jagdhornbläsergruppen.

Die politische Debatte rund um das neue Landesjagdgesetz nahmen Christina Schulze Föcking (MdL, CDU) und Karl-Heinz Busen (MdL, FDP) in ihren Grußworten in den Blick. „Die Dialogbereitschaft der Jäger war da. Es wurde unparlamentarisches Verhalten an den Tag gelegt“, so Christina Schulze Föcking. „Das alte Jagdgesetz war eines der besten in Europa, wir hätten kein neues gebraucht“, bekräftigte Karl-Heinz Busen. An der Volksinitiative gegen das Landjagdgesetz beteiligten sich auch die Steinfurter Jäger mit über 7000 Unterschriften. Am kommenden Mittwoch wird im Landtag erneut über das Landesjagdgesetz beraten.

Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern stellte Bernhard Wieker (stellvertretender Kreislandwirt) in den Fokus seiner Rede. Ein Ansinnen, dem auch Josef Daniel Jasper in seinem Jahresbericht großes Gewicht gab. „Die intensive Hege wird in unseren Revieren immer wichtiger. Dazu gehören die Umsetzung von Biotopschutzmaßnahmen im Dialog zwischen Landwirten und Jägern und die scharfe Bejagung der Beutegreifer“, sagte Jasper.

Zur Unterstützung und Beratung der Hegeringe hat die Kreisjägerschaft einen Obmann für das Prädatoren-Management benannt. Ein aktuelles Projekt, das Jäger und Landwirte gemeinsam betrifft, stellte Josef-Eugen Hersping der Versammlung vor. Mit einem eigens entwickelten Wildrettungssystem kann es gelingen, Jungwild beim Mähen von Wiesen zu schützen.

„Jagd ist modern. Es gab noch nie so viele Jäger in Deutschland wie heute“, zeigte Jasper auch die Zukunftsperspektiven der Kreisjägerschaft auf. Dazu gehöre, so Jasper, eine fundierte Ausbildung, die einen besonderen Schwerpunkt auf Kompetenzen in allen Belangen des Naturschutzes legt, ebenso wie die Möglichkeit des qualifizierten Schießtrainings. Dazu sind die über 3000 Jäger im Kreis Steinfurt verpflichtet. Bislang verfügt die Kreisjägerschaft über keinen eigenen Schießstand. Das soll sich mit dem Votum der versammelten Jägerschaft nun ändern.

Mit überwältigender Mehrheit schlossen sich die Versammlungsteilnehmer dem Vorschlag des Vorstandes der Kreisjägerschaft an, sich am geplanten Schießstand des SSC Schale, der zum Olympiastützpunkt werden soll, finanziell zu beteiligen und dadurch auch in Zukunft beste Trainingsbedingungen vorhalten zu können.

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