Verwendung der Fördergelder aus Programm „Gute Schule“ Schulleiter wollen mitreden

Steinfurt -

Rund 921 000 Euro jährlich kann die Stadt in diesem und den kommenden drei Jahren in ihre Schulen stecken – ohne einen Cent dazu bezahlen zu müssen. Das Geld kommt aus dem Fördertopf „Gute Schule 2020“ (wir berichteten). Wie die Mittel verwendet werden, hat die Verwaltung ausgearbeitet. Die Schulen wurden darüber informiert und zu einer Stellungnahme aufgefordert. Gerne hätten sie aber mitgeredet. Das machen die Schulleiter auf Nachfrage deutlich.

Von Linda Braunschweig
Auf der Behebung der baulichen Mängeln und der Sicherheit in den Schulen liegt der Fokus im ersten Jahr der Förderung in Steinfurt.
Auf der Behebung der baulichen Mängeln und der Sicherheit in den Schulen liegt der Fokus im ersten Jahr der Förderung in Steinfurt.

„Von einer ernst gemeinten Einbindung kann man nicht sprechen“, sagt Hermann Voss, Leiter des Gymnasiums Borghorst. Die Schule sei am 24. Februar zur Stellungnahme aufgefordert worden. Aufgrund der Kürze der Zeit habe man die Vorschläge des Gymbo bis zur Ausschusssitzung am Dienstag nicht mehr berücksichtigen können. „Wir verlassen uns nun auf die Zusage der Stadt, noch in diesem Frühjahr die zukünftigen Fördermöglichkeiten ohne Zeitdruck und ohne Vorfestlegungen besprechen zu können“, so Voss. Das hatte Erste Beigeordnete Maria Lindemann auch im Ausschuss versprochen.

Zunächst Investitionsstau beseitigen

Während die Stadt zunächst die Investitionsstau beseitigen möchte, haben für das Gymnasium der Ausbau des digitalen Informations- und Kommunikationssystems und die Neugestaltung der Schulaußenflächen und des nahezu 50 Jahre alten naturwissenschaftlichen Bereichs oberste Priorität. Letztere hat die Stadt für das kommende Jahr auf der Liste. „Ich hoffe und erwarte, dass wir nicht erst bis 2018 warten müssen, um Projekte anzugehen, die ins Schulkonzept passen und der Schulgemeinde sinnvoll erscheinen“, so Voss. Wenn nur bauliche Mängel behoben würden, fürchte er, „dass wir den Anschluss verpassen und im Wettbewerb für zukunftsfähige Lernorte ins Hintertreffen geraten“, so der Schulleiter.

Auch Hans-Dieter Jürgens, Leiter der Realschule Burgsteinfurt, hätte gerne mitgeredet. „Der Verwaltungsvorschlag ging als Vorlage in den politischen Raum, als man noch kein Gespräch mit uns Schulleitern geführt hatte. Dann, zwei Stunden vor der Ausschusssitzung, diese Schulleiterbesprechung anzusetzen, um Notwendigkeiten zu diskutieren, halte ich für fragwürdig.“

Hoffen auf die nächsten Jahre

Der größte Batzen – 169 000 Euro – der diesjährigen Fördersumme entfällt zwar auf die Realschule Burgsteinfurt. Aber davon werden Elektroinstallationen finanziert – eine Gefahrenabwehr. Ebenso drängend ist aus Sicht von Jürgens‘ ein Antrag, der schon 20 Jahre alt ist: die Überdachung des Pausenhofes. „Derzeit entstehen in Regenpausen Aufsichtsrisiken, da sich alle Schüler im Gebäude aufhalten“, so Jürgens.

Die ausgewählten Maßnahmen dienen aus seiner Sicht vor allem der Entlastung des städtischen Haushalts. Das könne kein Ziel des Landesprojekts sein. „Dennoch kann ich mit der Entscheidung leben, sofern in den nächsten drei Jahren die von uns vorgetragenen Notwendigkeiten mitberücksichtigt werden“, so Jürgens.

„Realisierungsmöglichkeiten von Vorhaben, die durch den normalen Haushalt nicht oder erst viel später abgewickelt werden könnten“, wünscht sich Gerd Clancett, Leiter der Schule am Bagno vom Landesprogramm. Zum Beispiel durch gute Ausstattung der naturwissenschaftlichen Räume oder Anschaffung von Whiteboards und Beamern in den Klassen.

Zufrieden ist Michael Groll, Leiter der Realschule am Buchenberg, mit der Auswahl der Maßnahmen an seiner Schule für dieses Jahr. Denn auf den nun eingeplanten Umbau der Hausmeisterwohnung zu Besprechungszimmern wartet die Schule schon lange. Die Arbeiten am Dach des Altbaus dienten der Gefahrenabwehr. Beides habe ohnehin oberste Priorität gehabt, so Groll.

Jochen Hornemann, Leiter des Gymnasiums Arnoldinum, kann mit Blick auf die Haushaltslage nachvollziehen, dass die Stadt zunächst die Sicherheits- und baulichen Mängel beseitigt, „auch wenn wir Schulleiter uns natürlich was anderes wünschen würden“. Denn dass eine Schule keine solche Mängel habe, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Hornemann hofft, dass in Zukunft noch Geld in die Ausstattung fließt. So müsse die IT-Struktur dringend besser aufgestellt und die Verwaltungsräume neu strukturiert werden. Fest installierte Präsentationstechniken in den Klassenräumen stehen ebenfalls auf der Wunschliste. Zurzeit bewegten sich alle „im Spagat“ zwischen baulicher Sanierung und Modernisierung der Ausstattung.

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