Restaurierung der Außenhaut von St. Johannes Nepomuk ist Sisyphosarbeit Wider den Zahn der Zeit

Burgsteinfurt -

Die Kirche St. Johannes Nepomuk wird zurzeit saniert. Vor allem Schadstoffe in der Luft haben dem historischen Bauwerk zugesetzt.

Von Hermann-Josef Pape
Das Kreuz, an dem die Handwerker auf der zehnten Plattform in etwa 22 Metern Höhe arbeiten, ist der krönende Abschluss des Hauptportals. Dort wurde ein verrosteter Anker ausgetauscht.
Das Kreuz, an dem die Handwerker auf der zehnten Plattform in etwa 22 Metern Höhe arbeiten, ist der krönende Abschluss des Hauptportals. Dort wurde ein verrosteter Anker ausgetauscht. Foto: Hermann-Josef Pape

„Saure“ Regengüsse, also Schadstoffe aus der Luft, haben Statuen, Skulpturen und Sandsteinquadern an der Kirche St. Johannes Nepomuk unerbittlich Spuren ins Gesicht geschrieben. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, wenn man die abgeschliffenen Züge des Namenspatrons näher betrachtet. Auch Abschleifungen am Bischofswappen machen Gegenmaßnahmen erforderlich (wir berichteten).

Hoch oben auf dem Gerüst am Hauptportal, der Schauseite der Kirche, rücken Handwerker des Steinmetzbetriebs Häder aus Greven mit Pressluftmeißel und Trennscheiben in diesen Tagen den zum Teil schon erheblich verwitterten Sandsteinen zu Leibe, um sie auszubessern oder zu erneuern. Sie entfernten maroden Sandstein, kratzen Fugen aus, verputzen aufgeplatzte Stellen, setzen hier und da einen Anker oder bringen kleinere statische Sicherungen an, die dazu beitragen, die Außenhaut wieder zu stabilisieren. Mit dem stark angegriffenen Bischofswappen werden sich noch Restauratoren beschäftigen müssen.

Auf der Westseite des Gotteshauses haben Mitarbeiter der Kunstglaserei Bus aus Rheine, die sich unter anderem auf Bleiverglasung und Restaurierung spezialisiert hat, damit begonnen, die Fenster der Kirche auszubauen, um sie einer Restaurierung zu unterziehen. Bis auf zwei Apsisfenster sollen sämtliche weitere zwölf Fenster reihum aufgearbeitet werden. Bevor der Fensterausbau erfolgt, werden von innen Spanplatten davor gesetzt. Die einzelnen Glasfensterfragmente werden in der Werkstatt bearbeitet. Defekte Stücke werden erneuert, jedes Glas gereinigt, die Elemente zu einer Bleiverglasung zusammengefügt und beidseitig mit dauerelastischen Kitt abgedichtet, damit das Gefüge vor Regenwasser geschützt ist. 544 Glasstücke besitzt jedes Fenster. Schlussendlich erfolgt der passgenaue Einbau. Halt gegen Winddruck bekommt die Fensterfläche durch quer ins Mauerwerk eingelassene rostfreie Stahlstäbe.

„Jedes Kirchenfenster ist ein Kunstwerk für sich. So eine Bleiverglasung, die man mit ihren Einzelstücken ausbaut, geht 15 bis 20 Mal durch unsere Hände. Es ist schon etwas Besonderes, wenn man mit seiner Hände Arbeit Kulturgüter erhalten kann“, erklärt Firmenchef Bruno Bus. Und er ergänzt: „Für mich ist die Arbeit der Kunstglaser nach wie vor ein Traumberuf“. Sein Sohn Andre wird in den nächsten Jahren als Meister das Geschäft weiterführen.

Jetzt müssen die Kirchenbesucher erst einmal mit Fensteröffnungen leben, die mit Spanplatten gesichert sind. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die restaurierten Fenster noch vor Weihnachten wieder eingesetzt werden.

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