Rauchmelder werden ab 2017 zur Pflicht Lebensretter an der Decke

Steinfurt -

„Bei mir brennt’s doch nicht!“ Oft hat Dirk Telgmann diesen unbedarften Spruch schon gehört. „So ist der Mensch gestrickt“, weiß der Stadtbrandinspektor. Und wie oft, kann er aus der praktischen Erfahrung berichten, passiert’s dann doch. Im schlimmsten Fall mit Toten – gestorben an Rauchgasvergiftung. Und so begrüßt es der oberste Steinfurter Feuerwehrmann denn auch ausdrücklich, dass ab dem 1. Januar kommenden Jahres die gesetzliche Rauchmelderpflicht greift. In allen Wohnungen müssen die kleinen weißen Lebensretter dann installiert sein - bislang galt dies nur für Neubauten.

Von Ralph Schippers
In allen Wohnräumen sollten Rauchmelder installiert werden. Ab 1. Januar sind die Pflicht.
In allen Wohnräumen sollten Rauchmelder installiert werden. Ab 1. Januar sind die Pflicht. Foto: dpa-tmn

„Im Grunde war die Verpflichtung per Gesetz schon lange überfällig“, sagt Telgmann mit Blick auf andere Bundesländer, in denen die Regelung zum Teil schon seit Jahren gilt. Die Installationspflicht liegt bei den Bauherren beziehungsweise bei den Eigentümern der Immobilie. Telgmann empfiehlt, die Melder schnellstmöglich nachzurüsten. Vor allem im privaten Bereich gebe es auch in Steinfurt noch einen großen Nachholbedarf. Auszurüsten sind zuvorderst Kinderzimmer und Schlafräume. Ebenso Wohnräume, die regelmäßig zu Schlafzwecken genutzt werden. Für Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, gilt die Rauchmelderpflicht ebenso wie für offene Treppenräume. „Hausbesitzer sollten zusätzlich zu dieser Pflicht auch daran denken, das Wohnzimmer, den Dachboden und den Keller mit den Geräten auszustatten“, rät Telgmann. Wer sich unsicher ist, dem bietet die Feuerwehr Steinfurt Beratung an. „Wir kommen dazu auch direkt ins Haus“, so der Stadtbrandinspektor. Service wird bei der Wehr groß geschrieben.

Jedes Jahr sterben bundesweit fast 400 Menschen bei Bränden. Das Feuer ist aber nicht die größte Gefahr. 95 Prozent der Brandopfer sterben an einer Rauchvergiftung – drei bis fünf Atemzüge reichen meist aus, um bewusstlos zu werden und an den giftigen Gasen zu sterben. 70 Prozent aller Brandopfer kommen nachts im eigenen Haus im Schlaf um. Viele von ihnen könnten noch leben, wäre ein Rauchmelder vorhanden gewesen, der sie mit schrillem Ton geweckt hätte. Oftmals geht es um Sekunden.

Telgmann favorisiert Modelle mit Funkvernetzung. So bekäme man auch in anderen Räumen sofort mit, wenn irgendwo im Haus ein Brand ausbrechen würde. Zudem empfiehlt die Feuerwehr Geräte mit einer Zehn-Jahres-Garantie. Sie funktionierten zuverlässig über mindestens eine Dekade – auch ohne Batteriewechsel. Telgmann: „Das gibt zusätzlich Sicherheit.“ Der Feuerwehrchef weiß, dass häufig Melder, bei denen ein Wechsel der Batterie ansteht, nicht sofort wieder einsatzbereit gemacht werden – so ist der Mensch halt gestrickt.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4332323?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F