Mittelaltermarkt im Steinfurter Bagno Veranstaltung abgesagt

Burgsteinfurt -

Mittelaltermärkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Das zeigen nicht zuletzt die Veranstaltungen in Telgte oder in Bad Bentheim. Auch Steinfurt wäre für ein solches Spectaculum eine geeignete Adresse. Einen Termin gab es bereits. Doch jetzt machen die Organisatoren einen Rückzieher.

Von Ralph Schippers
Die Ritter werden ihre Rüstungen nicht im Bagno ablegen können. Der Kreis Steinfurt verbietet den für den Juli geplanten Markt im FFH-Naturschutzgebiet.
Die Ritter werden ihre Rüstungen nicht im Bagno ablegen können. Der Kreis Steinfurt verbietet den für den Juli geplanten Markt im FFH-Naturschutzgebiet. Foto: Manuel Propp

Kampfvorführungen, Gaukler, fliegende Händler und altes Handwerk – Mittelaltermärkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Das zeigen nicht zuletzt die Veranstaltungen auf der Planwiese in Telgte oder an der Burg in Bad Bentheim. Auch Steinfurt wäre für ein solches Spectaculum eine geeignete Adresse – Betonung auf "wäre". Zwar gab es mit der vor Ort ansässigen Catering- und Eventfirma Excalibur einen Veranstalter. Und mit dem dritten Juli-Wochenende stand auch schon ein Termin für die Erstauflage im Bagno fest.

Doch jetzt machten die Organisatoren einen Rückzieher. Hintergrund: Die Untere Landschaftsbehörde hat im Rahmen des Genehmigungsverfahrens ihr Veto eingelegt, weil aufgrund des zu erwartenden Lärmpegels brütende Vögel im nahen FFH-Gebiet Bagno gestört werden könnten. Konkret geht es dabei um den geplanten Auftritt der in der Szene sehr bekannten niederländischen Band Rapalje. „Ohne deren Auftritt ist die Veranstaltung für uns nicht durchführbar, weil eine wichtige Einnahmequelle wegfällt“, erklärte Natalie Hilge von Excalibur auf Anfrage. Auch die Auflage, den Mittelaltermarkt auf die Fläche des Bagno-Quadrats zu beschränken, stellt für die Veranstalter ein K.o.-Kriterium dar.

Ärgerlich ist für Natalie Hilge vor allem, dass die Vorbereitungen für die Premiere des Steinfurter Mittelaltermarkts schon sehr weit gediehen waren, als jetzt das Anhörungsergebnis der Unteren Landschaftsbehörde bekannt wurde. „Wir haben vom Stadtmarketing erst im Dezember erfahren, dass auch die Landschaftsbehörde beteiligt werden muss“, sagt die Excalibur-Mitarbeiterin.

Karin Grave von SMarT weist diese Aussage zurück. „Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass auch der Kreis Steinfurt mit im Boot ist“, erklärte sie. Zugleich bedauert sie, dass die Veranstaltung nun nicht stattfindet. „Das Konzept hätte gut nach Steinfurt gepasst.“ „Die Veranstaltung selbst ist für uns in Ordnung, nicht aber der Auftritt der Band“, erklärte Hermann Holtmann von der Naturschutzbehörde des Kreises. Wenn eine Band mit einer Lautstärke von rund 100 Dezibel auftritt, sei dies mit den Belangen des Naturschutzes im umgebenden FFH-Gebiet nicht zu vereinbaren.

Bei den Veranstaltern selbst ist die Enttäuschung riesengroß. „Unter diesen Bedingungen werden wir auch künftig keine Mittelaltermärkte in Steinfurt organisieren“, hieß es von Seiten Excaliburs als erste Reaktion im sozialen Netzwerk Facebook. Nachdem sich jedoch zahlreiche Stimmen – darunter die Werbegemeinschaft und Vertreter der Lokalpolitik – gemeldet hätten, überlege man nun doch, einen erneuten Anlauf für eine Veranstaltung in ähnlicher Form zu unternehmen, erklärte Natalie Hilge gegenüber unserer Zeitung. Dieses werde aber frühestens 2017 der Fall sein.

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