Letzte Hoffnung Hannelore Kraft „Bitte Sie inständig um 6 Mio. Euro“

Kreis Steinfurt/Düsseldorf -

Sie ist die letzte Hoffnung: In einem eindringlichen Brief bittet Steinfurts Landrat Dr. Klaus Effing Ministerpräsidentin Hannelore Kraft persönlich um Hilfe für das Borghorster Krankenhaus. Ansonsten müsse das Haus schon in den nächsten Wochen schließen.

Von Achim Giersberg
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: Retterin in der Not?
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft: Retterin in der Not? Foto: dpa

Landrat Dr. Klaus Effing wendet sich in Sachen Krankenhaus-Krise mit einem Hilferuf direkt an NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. „Ich bitte Sie inständig um die Bereitstellung der notwendigen sechs Millionen Euro, um das Krankenhaus Stenfurt und den Teilstandort Emsdetten zu retten. Es liegt an Ihnen“ heißt es in einem Brief an Kraft mit Datum vom 14. Januar.

Sechs Millionen Euro, das ist laut Effing die Summe, die fehlt, um das Borghorster Krankenhaus mit einem neuen Bettenhaus auch in Zukunft wettbewerbsfähig betreiben zu können. Mit dem Universitätsklinikum Münster, UKM, stünde ab dem Jahr 2017 auch ein dauerhafter Betreiber für das Krankenhaus und den Teilstandort Emsdetten bereit, „wenn ein einziges Problem beseitigt werden könnte“.

Insgesamt würde zwar eine Investitionssumme von rund 14 Millionen Euro für ein Bettenhaus gebraucht, damit dieses dem Stand der Technik entsprechen würde. Aus den in den nächsten Jahren an den Krankenhausträger fließenden Pauschalen des Landes NRW und einigen „vorhandenen angesammelten Pauschalen, die im Rahmen der Eigeninsolvenz noch vorhanden sind“, könnten aber sieben bis acht Millionen Euro aufgebracht werden. Es bliebe eine Investitionslücke von rund sechs Millionen Euro

Nach Gesprächen mit der Bezirksregierung, dem Gesundheitsministerium und auch Ministerin Barbara Steffens persönlich sehe sich das Land nicht in der Lage diese Lücke zu schließen, fasst Effing die bisherigen Verhandlungen zusammen. Folge man dieser Auffassung, sei die Sorge realistisch, „dass das Krankenhaus in Steinfurt schließen müsste, und zwar in den nächsten Wochen“, schreibt der Landrat. Offenbar ist das UKM ohne eine Investitionszusage für das Bettenhaus nicht bereit, den Betrieb zu übernehmen.

In diesem Fall, so Effing weiter, würde das Land ihn als Landrat anweisen, die Sicherstellung der stationären Versorgung zu übernehmen; aber auch dann bestünde der Investitionsbedarf weiter und das Haus könne nur „mit hohen Defiziten“ weiter betrieben werden. „Der einhergehende Vertrauensverlust und die tatsächliche Unterversorgung der Bürger darf auf keinen Fall eintreten“, meint Effing. Die sechs Millionen Euro könnten evventuell vom Wissenschaftsministerium bereit gestellt werden, hat er einen Deckunsvorschlag parat. „Die Menschen im Kreis Steinfurt brauchen in dieser besonderen Situation Ihre Hilfe“, schließt Effing und wiederholt am Ende eindringlich: „Bitte helfen Sie!“.

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