Bilanzpressekonferenz zu 2015: VR Bank kürzt Dividende

STeinfurt/Emsdetten -

Wachstum bei Bilanzsumme, Kundenvolumen, Einlagen, Krediten und Eigenkapital, ein leichtes Minus beim Gewinn sowie eine Kürzung der Dividende um zwei Prozent – die anhaltende Niedrigzinsphase hinterlässt in der Jahresbilanz der VR Bank Kreis Steinfurt ihre Spuren. Gleichwohl spricht der Vorstand von einem „insgesamt erfolgreichen Geschäftsjahr 2015“, wie Franz-Josef Konermann bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in der Emsdettener Zentrale betonte.

Von Axel Roll

„Das Eigenkapital hat bei uns absolute Priorität“, erklärte Vorstand Ulrich Weßeler den Umstand, dass es erstmalig seit vielen Jahren für die 66 500 Mitglieder keine Dividende von sechs Prozent mehr geben wird – vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung. Vier Prozent sollen an die Genossen ausgezahlt werden, was immerhin noch 1,3 Millionen Euro ausmacht. Die werden aus dem leicht auf etwa 5,5 Millionen Euro geschrumpften Jahresüberschuss bezahlt. Im vergangenen Jahr wies die Bilanz noch einen Gewinn von 5,7 Millionen aus.

Eine Kehrtwende um 180 Grad beobachtet der Vorstand bei den Kundenkrediten. Waren es in den Vorjahren in erster Linie die Unternehmen, die sich Geld für Investitionen geliehen haben, sind es jetzt die Privatkunden. „Die Firmen investieren aus dem Cashflow“, erläuterte Ulrich Weßeler. Die VR Bank sieht diese Trendumkehr positiv. Ulrich Weßeler: „Sie bedeutet für uns eine Risikostreuung.“

Bedenklich stimmt die Volksbanker die Situation in der Landwirtschaft. Gerade die Milchvieh- und Schweinemastbetriebe hätten derzeit unter den niedrigen Abnahmepreisen zu leiden. Folge: Viele Bauern müssen Kredite aufnehmen, um flüssig zu bleiben.

Wie soll ich mein Geld bei diesen niedrigen Zinsen anlegen? Die Frage beschäftigt viele VR-Bank-Kunden. „Für die meisten Anleger steht Substanzerhalt vor Rendite“, beobachtet Franz-Josef Konermann. Auch das „Betongold“ erfreue sich großer Nachfrage. Allerdings seien attraktive Immobilien auf dem hiesigen Markt zur Zeit nur schwer zu bekommen.

Die VR Bank Kreis Steinfurt ist mit 47 Geschäftsstellen im Verbreitungsgebiet vertreten. Sie unterhält noch 30 personenbesetzte Stützpunkte und 17 SB-Center. Im vergangenen Jahr wurden sieben Filialen, in denen noch Mitarbeiter beschäftigt waren, in SB-Center umgewandelt. Die Dependance an der Münsterstraße in Borghorst ist eine von vier Hauptstellen.

Die Zentrale in Emsdetten wurde gerade einer umfangreichen Sanierung, die fast einem Neubau gleichkam, unterzogen. 28 Mitarbeiter sind an der Schulstraße 1 beschäftigt. Besonders stolz ist der Vorstand auf das neue Kundenkonzept. So gibt es Beratungsräume, die eher an ein Wohnzimmer als an ein Büro erinnern. Telefone sucht man dort vergeblich. Franz-Josef Konermann: „Das Gespräch mit dem Kunden soll im Vordergrund stehen.“

Die Fusion mit einer Volksbank im Umkreis ist für die VR Bank Kreis Steinfurt übrigens derzeit kein Thema. Hubert Overesch: „Wir gehen nicht aktiv auf andere Institute zu. Wir sind sehr gut aufgestellt.“

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