Fortsetzung im Drogen-Prozess Benz und hübsche Frauen

Steinfurt -

Vor dem Landgericht Münster ist der Prozess gegen ein Geschwisterpaar aus Burgsteinfurt und einem Niederländer fortgesetzt worden, das angeklagt ist, in großem Stil mit Rauschgift gehandelt zu haben.

Von Axel Roll

Der Richter hat einen Original-Paketschein in Händen. Der Empfänger der Kiste hatte ein Kilogramm Drogen bestellt. Die Vermutung des Vorsitzenden der achten Strafkammer des münsterischen Landgerichts: Die Sendung wurde von der 22-jährigen Burgsteinfurterin verschickt, die sich mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder und einem 27-jährigen Niederländer wegen Rauschgifthandels in großem Stil verantworten muss (unsere Zeitung berichtete ausführlich).

Ein Schriftexperte wird jetzt ein Gutachten darüber anfertigen, ob der Paketschein von der mutmaßlichen Drogenhändlerin ausgefüllt wurde. Der Richter scheint sich ziemlich sicher: „Ihre Handschrift ist ja sehr markant“, sagte er bei der Verhandlung am Freitag.

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft könnte das Urteil für den 24 Jahre alten Burgsteinfurter schon an einem der nächsten Prozesstage gesprochen werden. „Die Beweisaufnahme in seinem Fall ist abgeschlossen, das Verfahren könnte somit abgetrennt werden“, sagte er in einer Verhandlungspause.

Dem Trio wird vorgeworfen, über das Internet ein regelrechtes Drogen-Kaufhaus betrieben zu haben. In der Wohnung der Geschwister fanden die Ermittler Heroin, Kokain, Ecstasy und andere synthetische Drogen in einem Marktwert von über einer Million Euro. Die Drei sollen Mitglieder eine Bande gewesen sein. Die Polizei war den Beschuldigten auf die Spur gekommen, weil ein Student in Gronau gesehen hatte, wie ein Mann einen Berg von gepolsterten Umschlägen in einen Briefkasten gestopft hatte.

Vermutlich hat ein Ferienhaus am Drilandsee in Gronau beim Verpacken der heißen Ware eine wichtige Rolle gespielt. In dem Eindachhaus sollen die Bandenmitglieder Umschläge für das Verschicken fertig gemacht haben. Die Wohnung soll durch ein weiteres Mitglied der Bande, der Prozess gegen den Mann läuft im münsterischen Landgericht ein paar Sitzungstüren weiter, angemietet worden sein. Der Makler, der das Ferienhaus vermittelt hatte, sagte am Freitag ebenfalls als Zeuge aus. Ihm war nicht nur der „dicke, schwarze Mercedes“ seines Kunden aufgefallen. Der Mann umgab sich auch gerne mit gut aussehenden Frauen. . .

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