Volksbanken im Kreis Steinfurt ziehen Bilanz 2015: „Schwierig, aber erfolgreich“

Rheine/Kreis Steinfurt -

Trotz anhaltender Niedrigzinsphase und mehr regulatorischen Anforderungen sind die sechs selbstständigen Volksbanken im Kreis Steinfurt mit dem Jahr 2015 zufrieden: Ihre addierte Bilanzsumme stieg um 4,8 Prozent auf über 3,9 Milliarden Euro.

Von Achim Giersberg
An drei Fingern ausrechnen kann sich Banken-Sprecher Franz-Josef Konermann angesichts der Bilanzzahlen, dass das vergangene Jahr für die sechs Volksbanken im Kreis Steinfurt trotz schwieriger Rahmenbedingungen recht erfolgreich verlaufen ist.
An drei Fingern ausrechnen kann sich Banken-Sprecher Franz-Josef Konermann angesichts der Bilanzzahlen, dass das vergangene Jahr für die sechs Volksbanken im Kreis Steinfurt trotz schwieriger Rahmenbedingungen recht erfolgreich verlaufen ist. Foto: Achim Giersberg

Die sechs selbstständigen Volksbanken im Kreis Steinfurt (Volksbank Greven, Laer-Horstmar-Leer, Saerbeck, Ochtrup, Westerkappel-Wersen und VR Bank Kreis Steinfurt) sind mit der Geschäftsentwicklung im Jahr 2015 zufrieden. Ihre addierte Bilanzsumme stieg um 4,8 Prozent auf über 3,9 Milliarden Euro – trotz anhaltender Niedrigzinsphase und „hoher Belastungen durch die Regulatorik der Bankenaufsicht“, wie Bankensprecher Franz-Josef Konermann (VR Bank Kreis Steinfurt) gestern in Rheine betonte.

Auch im Kredit- und Einlagengeschäft legten die Genossenschaftsbanken deutlich zu – um 3,9 Prozent auf ein Kreditvolumen von 2,77 Milliarden Euro und um 5 Prozent auf ebenfalls 2,77 Milliarden Euro bei den Einlagen. Insgesamt erhöhte sich das betreute Kundenvolumen auf rund 7,9 Milliarden Euro. Allerdings, so Konermann, sagten diese erfreulichen Zahlen noch nichts über das Betriebsergebnis aus. Wie viel Gewinne die Volksbanken im Kreis 2015 gemacht haben, könne er derzeit noch nicht sag, aber: „Die niedrigen Zinsen und der kaum noch vorhandene Zinsüberschuss tun uns richtig weh“. 2015 nannte er „schwierig, aber erfolgreich für die Volksbanken im Kreis.“

Im Vergleich mit den Sparkassen im Kreis Steinfurt, die auf eine addierte Bilanzsumme von 5,6 Milliarden Euro kämen, stehe die Genossenschaftsgruppe im Kreis Steinfurt besser da als im Bundesdurchschnitt.

Gefragt waren 2015 Wertpapiere, mit denen sich höhere Renditen als auf dem Giro- oder Festgeldkonto erzeilen ließen. Das Volumen, das die Banken mit der Fondsgesellschaft Union-Investment für ihre Kunden verwalteten, habe um 8.3 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. Die aktuellen Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt, so Konermann, würden seiner Einschätzung nach den deutschen Aktienindex DAX in 2016 nicht nachhaltig beeinflussen.

Die gute Kreditentwicklung sei ein Spiegelbild der guten regionalen Wirtschaftskonjunktur. Die mittelständische Wirtschaft im Kreis Steinfurt sei derzeit sogar so gut aufgestellt, dass sie viele Investitionen aus dem Cash-Flow, also ohne Bankkredite, bewältigen könne. Den Banken entgingen so natürlich Geschäfte, gleichzeitig sei aber auch das Kredit-Ausfallrisiko schon seit Jahren praktisch bei Null.

Gut entwickelte sich das Bauspargeschäft über die Kasse „Schwäbisch Hall“. 5793 Neuabschlüsse hatten ein Volumen von 233 Millionen Euro (+13,57 Prozent), der Guthaben-Bestand erhöhte sich um 6,8 Prozent auf 324 Mio. Euro. Schlechter lief es dagegen mit den R+V-Lebensvversicherungen 3163 Neuabschlüsse waren ein Minus von 17 Prozent. Weiterhin billig ist Baugeld: 100  000 Euro kosten bei einem Prozent Tilgung und zehnjähriger Laufzeit nur 218 Euro im Monat.

Zinsgünstige Förderdarlehn in Höhe von rund 160 Millionen Euro vermittelten die Volksbanken an 1425 Investoren aus Gewerbe, Landwirtschaft und privatem Wohnungsbau. 911 000 Euro spendeten die Banken an karitative Organisationen in der Region. Als Dividende wird in diesem Jahr voraussichtlich eine Summe von 2,1 Millionen Euro an 99 750 Mitglieder ausgeschüttet. Die Mitarbeiterzahl sank von 960 auf 928, die Zahl der Auszubildenden von 106 auf 103.

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