Polizeibeamte mit Messer bedroht „Heute ist ein guter Tag zum Sterben“

Borghorst -

„Heute ist ein guter Tag zum Sterben, für Euch auch?“ „Ich werde kämpfen, notfalls bis zum Tod“ – mit solchen Aussagen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, soll ein 32-jähriger Borghorster im Juni zwei Polizisten mit Pfefferspray und Cuttermesser in den Händen bedroht haben, als diese ihn aus der Dachgeschosswohnung der elterlichen Wohnung in Borghorst holen wollten.

Weil ein gemeinsames Zusammenleben nicht mehr möglich war, war es von ordnungsbehördlicher Seite in Abstimmung mit den Eltern zu diesem Schritt gekommen, der sich im Amtsdeutsch „Wohnungsverweisung“ nennt. Der Angeklagte selbst, derzeit arbeits- und mittellos („Ich musste meine gesamte Habe verkaufen“), war damit offenbar nicht einverstanden. Er bedrohte die Beamten massiv, was den Tatbestand des „Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte“ erfüllt.

Vor Gericht hatte der Borghorster gestern zu dem Vorfall wenig zu sagen. Er wirkte eher unbeteiligt, grinste nur. Detailliert gab einer der beteiligten Polizisten die Geschehnisse wieder. Die Lage sei sehr dramatisch gewesen („Wir waren kurz vor dem Schusswaffengebrauch, das habe ich in der 20-jährigen Dienstzeit noch nicht erlebt“) und nur durch behutsame Deeskalation zu entschärfen gewesen. Der Angeklagte sei nur rund zweieinhalb Meter entfernt gewesen und habe mit dem Cuttermesser gedroht.

Die Richterin verurteilte den Borghorster schließlich zu einer Geldstrafe. Sie fiel wegen der Mittellosigkeit des Angeklagten mit 50 Tagessätzen zu zehn Euro recht moderat aus. Zu seinen Gunsten wertete sie die Tatsache, dass er bislang völlig unbescholten ist und auch keine direkte Gewaltanwendung erfolgte. Die angedrohte Gewalt sei indes „sehr erheblich“ gewesen.

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