Landwirtschaftlicher Ortsverband
71 Kilometer Glasfaser für Bauerschaften

Saerbeck -

Auf höhere Daten-Bandbreiten dürfen Bewohner im Außenbereich ab diesem Jahr hoffen. Das stellte Florian Bücker, stellvertretender Bürgermeister, den Bauern bei der Jahreshauptversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbands (LOV) in Aussicht. Wer nicht im Förderprogramm ist, weil er jetzt schon 30 oder mehr Megabit pro Sekunde hat, kann sich auf eigene Kosten anschließen lassen.

Mittwoch, 09.01.2019, 09:00 Uhr
Der Plan, der auf der Landwirte-Versammlung gezeigt wurde, verzeichnet die Maßnahmen zur Wirtschaftswegesanierung in den Jahren 2018 und 2019. Foto: Alfred Riese

Höfe, Betriebe und Bewohner im Außenbereich müssen länger warten, dafür bekommen sie statt VDSL über Kupferleitungen wie im Dorf direkt Glasfaser in die Gebäude. Diese Nachricht stellte Florian Bücker (CDU) am Montag nach vorne in seinem Grußwort an die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbands (LOV) Saerbeck. Es habe lange genug gedauert, nun sei die Gemeinschaftsausschreibung von sechs Kommunen im Kreis Steinfurt „endlich durch“, sagte der stellvertretende Bürgermeister im Bürgerhaus.

Von den vier Millionen Euro Investitionssumme für 71 Kilometer Tiefbau würden zehn Prozent auf die Gemeinde Saerbeck entfallen, den Rest teilen sich Bund und Land. Auf der Anschlussliste stünden 197 Privat- und 13 Geschäftsadressen, die bisher eine Datenbandbreite von weniger als 30 Megabit pro Sekunden haben, stellte Bücker klar. Einige Höfe, gerade nah am bereits mit der VDSL-Technik ausgebauten besiedelten Bereich, seien rechnerisch ausreichend versorgt und würden durch das Raster fallen. Bücker betonte, dass diese Höfe sich auf eigene Kosten anschließen lassen können. Er rief auf, rasch und noch vor Beginn der Bauarbeiten im Bauamt der Gemeinde (Nico Menebröcker, Tel. 02574/ 89297, E-Mail: nico.menebroecker@saerbeck.de) zu klären, ob man auf der Ausbauliste steht oder nicht. Der Glasfaserausbau soll laut Bücker 2019 beginnen, sich allerdings wegen knapper Kapazitäten bei beteiligten Firmen über vier Jahre hinziehen.

Damit wir nicht zu viel wertvolle landwirtschaftliche Fläche verlieren.

Florian Bücker, stellvertretender Bürgermeister, über Maßnahmen gegen Flächenverbrauch

Nicht ohne Nachfragen kam Florian Bücker beim Thema Flächenverbrauch davon. „Wir können schlecht ein Saerbecker Gewerbegebiet auf Emsdettener Gebiet ausweisen, um den Primärverbrauch an Fläche zu vermeiden“, sagte er mit Blick auf das in Planung befindliche Gewerbegebiet Nord II mit seinen 28,5 Hektar. Die Gemeinde bemühe sich aber, wie auch beim geplanten Neubaugebiet westlich der Hembergener Straße, den ökologischen Ausgleich innerhalb der jeweiligen Gebiete zu platzieren oder über „Bio-Punkte“ auf allgemeinen Ausgleichsflächen – „damit wir nicht zu viel wertvolle landwirtschaftliche Fläche verlieren“.

Während draußen der Regen fiel, der im Sommer fehlte, erinnerte LOV-Schriftführer Peter Linderskamp im Jahresbericht für 2018 unter anderem an das Erntedankfest, das das Thema Entfremdung der Verbraucher von der Landwirtschaft aufgriff. Der LOV-Vorsitzende Helmut Vennemann richtete in Sachen Fahrzeugbewegungen eine Empfehlung an die Landwirte. Insbesondere bei Tiertransporten frühmorgens solle Rücksicht auf Anlieger der Hauptstraßen im Dorf genommen werden und die Lastwagen auf die Umgehungsstraße umgeleitet. Der LOV-Vorstand greift damit immer wieder vorgetragene Kritik von Anwohnern auf, die regelmäßig im Ausschusssitzungen im Rathauses zu Diskussionen über Durchfahrtverbote führt.

Zum Schwerpunktthema des Nachmittags, dem Erb­recht für Landwirte, sprach der Rechtsanwalt und Saerbecker Dr. Rudolf Richard. Kathrin Schmitte, Rechtsanwältin beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) referierte Aktuelles aus der laufenden Verbandsarbeit.

Wirtschaftswege-Sanierung: Nächstes Jahr ist Westladbergen wieder dran

Für die Sanierung der Wirtschaftswege stehen im laufenden Jahr 34 000 Euro mehr zur Verfügung, nachdem die Landwirte auf eine zunächst geplante Senkung der Grundsteuer für Agrarflächen verzichtet hatten und die Gemeinde sich ebenfalls finanziell stärker beteiligt. Darauf wies Frank Weber, stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands (LOV) Saerbeck, hin. Diese Summe entspreche 700 Metern neue Asphaltdecke. Für das laufende Jahr haben sich der LOV und die Gemeinde ihm zufolge auf Arbeiten an diesen Abschnitten verständigt: neue Fahrbahndecken für den Schrägdamm (soweit noch nicht saniert) bis zum Middendorfer Damm und für den Middendorfer Damm bis zur B475; der Wiggerdamm und ein Teilstück des Schuldamms bekommen eine Oberflächenbehandlung mit Splitt. Noch offen und abhängig von den Kosten sei die Fahrbahnsanierung für den Schrägdamm vom Bevergerner Damm bis zum Herselweg, erklärte am Dienstag Bauamtsleiter Andreas Fischer. Als „wichtige Ansage des Vorstands“ erklärte Frank Weber, dass im Jahr 2020 das gesamte Budget nach Westladbergen und Andrup fließen soll. Unabhängig vom Sanierungsprogramm von Gemeinde und Landwirtschaft sollen 2019 in Sinningen Straßenschäden durch den Bau des Windparks vom Verursacher instand gesetzt werden, kündigte Frank Weber an.

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