Jahreshauptversammlung der Kolpingsfamilie Der Ruhm wächst

Saerbeck -

Die größte Gruppe ihrer Art in Deutschland ist die Kolpingsfamilie Saerbeck im zurückliegenden Jahr immer noch nicht geworden. 13 Mitglieder fehlten Ende 2017, berichtete der Vorsitzende Alfons Bücker bei der Jahresversammlung am Montag im Mehrgenerationenhaus (MGH) mit augenzwinkerndem Bedauern.

Von Alfred Riese
Aktion im Vorjahr: „Tafeln für die Tafel“ war zum zehnjährigen Bestehen des Mehrgenerationenhauses angesagt.
Aktion im Vorjahr: „Tafeln für die Tafel“ war zum zehnjährigen Bestehen des Mehrgenerationenhauses angesagt. Foto: Hans Lüttmann

40 bis 50 Neuaufnahmen jährlich stünde auch ein „starker Wechsel“ in der Jugendabteilung entgegen. Unterm Strich kam Bücker am Ende des vergangenen Jahres auf einen Anstieg um drei auf 784 Mitglieder. Knapp die Nase vorne hatte weiter die Kolpingsfamilie Hollage.

Im Bistum Münster dürfte der katholische Verband in Saerbeck allerdings bald der zeitweise berühmteste sein. Ein Redakteur und eine Fotografin des Zentralverbands in Köln seien in der vergangenen Woche zwei Tage vor Ort gewesen und „sehr beeindruckt, was hier alles läuft“, berichtete Alfons Bücker. Saerbeck solle im deutschen Verbandsmagazin, das weltweit verbreitet wird, als „Kolpingsfamilie der Diözese“ präsentiert werden.

Warum die Saerbecker sich dafür anbieten, zeigte der Jahresbericht, der angesichts von 55 Stunden Programm täglich notwendigerweise ausschnitthaft blieb. Neben religiösen Veranstaltungen wie aktuell den „Zehn-Minuten-Auszeiten“ in der St.-Georg-Pfarrkirche laufen im Dorf der Karneval und das Ferienprogramm weitgehend unter der Kolping-Flagge. Ausflugstouren, die Schrottsammelaktionen als „wichtiger Bestandteil unserer Finanzierung“ und die Angebote der Kolpingjugend nannte Bücker als Beispiele. Das Mehrgenerationenhaus in Trägerschaft der Kolpingsfamilie feierte 2017 sein zehnjähriges Bestehen. Auch das Jugendzentrum JuZe und das Kolping-Bildungswerk gehören dazu. „Zum Glück ist die Zahl der Aktiven inzwischen so groß geworden, dass ein einzelnes Dankeschön für jeden zu lange würde“, entschuldigte Bücker die Kürze der Aufzählung.

Den Geldumsatz, der hinter diesem Programm steckt, bezifferte Kassenführerin Melanie Weiligmann mit rund 400 000 Euro. Nach dem turnusmäßigen Ende ihrer Wahlperiode bestätigte die Versammlung sie einstimmig im Amt. Als Sprecherin des Arbeitskreises „Glauben leben“ verabschiedete sich Marlies Grüter. Zu ihrer Nachfolgerin wählten die 30 anwesenden Mitglieder Klara Leiting. Der Gesamtvorstand, dem Alfons Bücker vorsitzt, zählt 22 Personen. Dorthin entsenden zum Beispiel die Familienkreise, die Kolpingsenioren oder der Gospelchor ihre Vertreter.

Weil die Kolpingsfamilie ein katholischer Verband ist, gab es eingangs der Versammlung einen geistlichen Impuls. Den borgten sich Präses Werner Heckmann und Klara Leiting aus den „Zehn-Minuten-Auszeiten“ zum Katholikentags-Motto „Suche Frieden“ und stellten den Frieden selbst in den Mittelpunkt.

Nicht zufrieden zeigte sich Alfons Bücker mit den befürchteten Auswirkungen der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung. „Diese Richtlinien sind für Bayern München als Verein gedacht, nicht für unsere Größenordnung“, beklagte er. Damit mache man es, beginnend mit der Gestaltung von Anmeldeformularen, „für das Ehrenamt nicht einfacher“.

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