Hauptausschuss und EGSt kümmern sich um Probleme der Bürger mit dem Wertstoffhof Unmut über neue Regeln

Saerbeck -

Unzufriedenheit mit dem neuen Wertstoffhof im Bioenergiepark wurde in den vergangenen Tagen mit teils deftigen Worten von einigen Saerbeckern kommentiert. Zwei Probleme konnten die Mitglieder des Hauptausschusses und die Entsorgungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (EGSt) am Donnerstagabend bei einem Ortstermin beseitigen oder zumindest abmildern, hoffen sie.

Von Alfred Riese
Dunkle Wolken über dem neuen Wertstoffhof? Nach Unmut bei einigen Bürgern nahm der Hauptausschuss die Entsorgungsstelle im Bioenergiepark bei einem Ortstermin mit EGSt-Prokuristin Eva Witthake (3. von links) in Augenschein.
Dunkle Wolken über dem neuen Wertstoffhof? Nach Unmut bei einigen Bürgern nahm der Hauptausschuss die Entsorgungsstelle im Bioenergiepark bei einem Ortstermin mit EGSt-Prokuristin Eva Witthake (3. von links) in Augenschein. Foto: Alfred Riese

Seit Jahresbeginn gibt es den alten Wertstoffhof auf dem Bauhof im Schulkamp nicht mehr. Was zu groß ist für die Tonnen ist oder dort nicht hineingehört, muss seitdem zum Wertstoffhof, den die EGSt für den gesamten Kreis im Bioenergiepark betreibt. Für den Wechsel hatte der Saerbecker Rat versucht, die alten Regeln möglichst vollständig auf den neuen Betreiber und Standort zu übertragen: Anders als in der EGSt-Gebührensatzung für alle anderen Anlieferer aus dem Kreisgebiet vorgesehen, sollten Saerbecker im Bioenergiepark nicht mehr und anders extra zahlen müssen als zuvor. „Es war da ein Fehler zu sagen, für Saerbecker ändert sich nichts“, räumte am Donnerstag Felix Wannigmann (SPD) ein. Die Regelungen und die Handhabung am Bauhof seien schlicht zu großzügig gewesen und manches einfach in die Container gewandert, was auch dort schon hätte bezahlt werden müssen. Wannigmann sprach davon, dass die Saerbecker sich „an neue Regeln gewöhnen“ müssten.

Aber nicht an alle. Der Vertrag zwischen der Gemeinde Saerbeck und der EGSt sieht zum Beispiel vor, dass Sperrmüll und Altholz (kein Bauholz) nicht von jedem Saerbecker Anlieferer einzeln, sondern von der Gemeinde pauschal über die Müllgebühren bezahlt werden.

Dass Altholz trotzdem bisher manchmal berechnet wurde, sei ein Fehler gewesen und „bereinigt“, erklärte Eva Witthake, Prokuristin der EGSt.

Kritik hatte es auch an Gebühren für kleine Mengen Restmüll gegeben, über die früher am Bauhof kulant hinweg gesehen wurde. Hier verwies Gemeindekämmerer Guido Attermeier darauf, dass die EGSt die zuvor sehr großzügige Handhabung nicht übernehmen könne: „Wer Abfall produziert, muss sich um die ordnungsgemäße Entsorgung kümmern.“ Im Klartext: Die schönen Zeiten sind bei diesem Thema vorbei. Abgemildert werden soll in den nächsten Tagen aber das Problem, dass die EGSt auch für kleine Mengen Restmüll bis 180 Liter mindestens 13 Euro berechnet. Die Gemeinde will übergangsweise einen Vorrat ihrer sonst im Rathaus erhältlichen Restmüllsäcke bei der EGSt zum Verkauf deponieren – ein Vorschlag von Matthias Ahmann (CDU). Die kosten nur fünf Euro, müssen aber dann zusammen mit der Tonne an die Straße. Die Gebührensatzung der EGSt solle bei den Mindestentgelten insgesamt auf den Prüfstand.

Bei der Zuordnung zu den Müllsorten bleibt die EGSt bei ihrer Praxis. „Sperrmüll ist alles, was sie als Mieter bei einem Umzug mitnehmen könnten und nicht in die Tonne passt“, gab Witthake als Faustformel aus. Dachplatten und verklebte Teppiche seien eben Baumischabfall und kostenpflichtig, genauso wie Verpackungsstyropor als Restmüll (Witthakes Tipp: ab in die Gelbe Tonne oder beim Händler lassen). EGSt wie auch die Gemeinde Saerbeck bezeichneten das Jahr 2017 als „Probephase“.

Bei Problemen mit dem Wertstoffhof der EGSt bittet die Gemeindeverwaltung, sich direkt unter ✆  02574/ 89-404 im Rathaus zu melden.

Zum Thema

www.saerbeck.de (links unter Bürgerinfo/Abfallkalender)

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