Projekt „Enerprax“: Forscher der Fachhochschule testen Praxistauglichkeit verschiedener Methoden Was können die Windstrom-Speicher?

Saerbeck -

Läuft die Stromversorgung in Saerbeck bald über Panasonic-Batterien? Möglich wäre es nach dem, was am Donnerstag beim Startschuss für das Testprojekt „Energiespeicher in der Praxis“ (Enerprax) gesagt wurde. Dieses bis 2019 angelegte Forschungsvorhaben der FH Steinfurt will Kombinationen von Technologien vom Schwung­rad­masse-­speicher über Batterien bis zur Produktion von Biomethan zusammen mit der Mess-, Steuer- und Regeltechnik im Praxisbetrieb testen. Das Ziel: Strom aus dem Bioenergiepark über Sekunden bis zu Wochen verfügbar zu machen.

Von Alfred Riese
Startschuss durch Handauflegen für das Projekt „Energiespeicher in der Praxis“ im Bioenergiepark(von links): Bürgermeister Wilfried Roos, Prof. Christof Wetter (Fachhochschule), Dr. Kawamata (japanischer Botschaftsrat) und NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Vorne ist ein kleiner Reddox-Flow-Speicher zu sehen, hinten Lithium-Ionen-Technik.
Startschuss durch Handauflegen für das Projekt „Energiespeicher in der Praxis“ im Bioenergiepark(von links): Bürgermeister Wilfried Roos, Prof. Christof Wetter (Fachhochschule), Dr. Kawamata (japanischer Botschaftsrat) und NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Vorne ist ein kleiner Reddox-Flow-Speicher zu sehen, hinten Lithium-Ionen-Technik. Foto: Alfred Riese

Läuft die Stromversorgung in Saerbeck bald über Panasonic-Batterien? Möglich wäre es nach dem, was am Donnerstag beim Startschuss für das Testprojekt „Energiespeicher in der Praxis“ (Enerprax) gesagt wurde. Dieses bis 2019 angelegte Forschungsvorhaben der FH Steinfurt will Kombinationen von Technologien vom Schwung­rad­massespeicher über Batterien bis zur Produktion von Biomethan zusammen mit der Mess-, Steuer- und Regeltechnik im Praxisbetrieb testen. Das Ziel: Strom aus dem Bioenergiepark über Sekunden bis zu Wochen verfügbar zu machen.

Prof. Christof Wetter von der FH stellte die Übertragbarkeit auf andere Orte und besonders den Nutzen für das Stromnetz und die Verbraucher in den Mittelpunkt des Projekts, an dem 13 FH-Mitarbeiter forschen. Saerbeck und den Bioenergiepark nannte er „den idealen Ort“, weil Stromproduktion und -verbrauch gut erfassbar seien. Das Ziel der Praxistauglichkeit unterstreicht die Beteiligung der Gelsenwasser AG, des Gas- und Wärmeinstituts Essen und der Saerbecker Ver- und Entsorgungsgesellschaft. Enerprax wird mit 1,7 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln gefördert.

„Es macht Saerbeck aus, dass hier die ganze Breite der Energiewende zum Tragen kommt, seit Jahren getragen aus der Bürgerschaft“, würdigte beim offiziellen Startschuss NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) das Programm der NRW-Klimakommune Saerbeck. „Bei der Speichertechnik ist weltweit viel in Bewegung geraten“, mahnte Remmel, „wir müssen aufpassen, dass wir da nicht zurückfallen.“

Prof. Wetter erklärte, dass insbesondere in Saerbeck und im Kreis Steinfurt mit ihren hohen Quoten an Strom aus erneuerbaren Quellen der Bedarf an praxistauglicher Speichertechnik zunehme, die neben Umformung und Grundlastfähigkeit auch die Netzstabilität garantiere und die Bereiche Wärmeversorgung und Mobilität erreiche.

Bürgermeister Wilfried Roos verwies auf die Partnerschaft des Landes NRW mit der japanischen Region Fukushima zum Wiederaufbau nach Tsunami und Reaktorkatastrophe. Saerbeck wolle in diesem Rahmen mit dem etwa gleich großen Ort Sinchi in der Region Fukushima zusammenarbeiten. Im Zusammenhang mit diesen Kooperationen auf verschiedenen Ebenen wurde auch die bestehende Zusammenarbeit des japanischen Panasonic-Konzern und von Toyota mit deutschen Unternehmen ins Feld geführt. Am Enerprax-Startschuss nahm unter anderem der japanische Botschaftsrat Kutaro Kawamata teil.

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