Beutezüge mit Spezialhose: Angeklagter hat es ausschließlich auf Aldi-Zigaretten abgesehen Kippen-Dieb wandert in den Knast

Saerbeck -

Weil das Geld zum Leben wohl nicht reichte, ging ein 32-jähriger Asylbewerber aus Georgien für sich und seine schwangere Frau stehlen. Gewerbsmäßig, befand das Amtsgericht in Rheine, wo der Angeklagte jetzt aus der Untersuchungshaft zu seinem neunten Verfahren wegen Diebstahls in Saerbeck, Greven und Stadtlohn vorgeführt und zu einem Jahr ohne Bewährung verurteilt wurde.

Von Monika Koch

Sein erstes Kind wurde im Februar geboren, ein Mädchen, das er bisher noch nie gesehen hat, wie seine Anwältin sagte. In ihrem Plädoyer betonte sie, dass ihr Mandant mit seiner Familie so schnell wie möglich zurück nach Georgien möchte. „In Georgien gehen Gerüchte über ein schönes Leben in Deutschland herum, und wenn sie kommen, sind sie enttäuscht“, fasste sie die Kluft zwischen Erwartung und Realität des Angeklagten und anderer Mandanten aus Georgien zusammen.

Gemeinsam mit einem Komplizen entwendete der Angeklagte im April vorigen Jahres beim Saerbecker Aldi 38 Schachteln Zigaretten für 251 Euro. Zwei Monate später stahlen sie in derselben Supermarktkette in Greven Zigaretten für 337 Euro und schließlich in Stadtlohn, ebenfalls im Aldi, Zigaretten im Wert von 96 Euro, um sie zu verkaufen. Laut Anklage gingen sie immer nach demselben Muster vor: Der Angeklagte holte die Tabakwaren aus dem Regal, sein Komplize ließ sie in seiner Hose mit einem besonderen Einsatz verschwinden.

Gegen das bis dahin letzte Urteil, fünf Monate ohne Bewährung, hatte seine Anwältin Berufung eingelegt, die noch nicht terminiert ist. Doch ihr Mandant setzte seine Diebstahlsserie unbeirrt fort, bis er gefasst wurde und seit September 2016 in Untersuchungshaft sitzt; damit sind die fünf Monate bereits verbüßt.

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