Dankeschön-Treff für Deutschlehrer Zu viele, um alle einzuladen

Saerbeck -

Deutschunterricht für Flüchtlinge ist ein dankbarer Job. Das zeigte sich jetzt beim Dankeschön-Treff für ehrenamtliche Sprachlehrer.

Von Alfred Riese
Wohl wichtiger als Kaffee und Kuchen waren die Worte des Dankes, mit denen Bürgermeister Wilfried Roos Ehrenamtler der Deutsch-Vorschule für Flüchtlinge begrüßte.
Wohl wichtiger als Kaffee und Kuchen waren die Worte des Dankes, mit denen Bürgermeister Wilfried Roos Ehrenamtler der Deutsch-Vorschule für Flüchtlinge begrüßte. Foto: Alfred Riese

Die Gemeinde hatte es als ein Dankeschön-Treffen bei Kaffee und Kuchen geplant. Die Akteure des ehrenamtlichen Deutsch- und Alltagsunterrichts für Flüchtlinge machten aus der Kaffeetafel im Ratssaal allerdings ein Arbeitsessen und besprachen mit Bürgermeister Wilfried Roos und Sozialamtsleiter Jürgen Hölscher den Stand der Flüchtlingsbetreuung in Saerbeck . Lob und Dank nahmen die Ehrenamtler gerne an, reichten beides aber sogleich weiter an die vielen ebenfalls in der Flüchtlingshilfe Engagierten, die nicht mit am Tisch saßen: Alltagslotsen, Lesepaten, weitere Unterrichtende, Einzelfallunterstützer, Kindergruppenanbieterinnen.

„Toll zu erleben, wie viele Saerbecker helfen oder Hilfe vermitteln“, sagte Anita Wessels. „Es sind zu viele, um alle einzuladen“, stellte Erika Stotz-Breidenbach fest. Eine weiterhin „positive Grundstimmung“ stellte Pastoralreferent Werner Heckmann fest, der mit Barbara Schäffer das Sprecher-Duo der ökumenischen Flüchtlingshilfe „Willkommen in Saerbeck“ bildet.

Bürgermeister Wilfried Roos nannte die versammelten Stellvertreter „eine Runde ehrenamtlich Tätiger, die sich an eine Aufgabe gemacht haben, der sich weder Bund noch Land gewachsen sahen“. Dabei ist die ehrenamtliche Deutsch-Vorschule älter als der Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs in der zweiten Jahreshälfte 2015. Bereits seit 2014 kümmern sich etliche Ehrenamtliche um erwachsene Flüchtlinge und bilden mittlerweile im Bürgerhaus eine eigene kleine Schule mit bis zu 26 Stunden Unterricht in der Woche.

Unterbringung und Versorgung seien eine Herausforderung für die Gemeinde, sagte Roos. Wichtiger aber sei die Integration und dabei der Kontakt zur deutschen Sprache und zum Alltag, um Perspektiven für Flüchtlinge zu entwickeln. In der Phase vom Ankommen bis zum Abschluss der Registrierung und dem Zugang zu offiziellen Kursangeboten sei diese ehrenamtliche Arbeit äußerst wertvoll, formulierte Roos seine Wertschätzung: „Was Sie machen, ist etwas ganz Besonderes.“ Das Gefühl, willkommen zu sein, führe zu stärkeren und schnelleren Integrationsanstrengungen, so sein Eindruck. „Im Sozialamt merken wir, dass die Flüchtlinge bei Ihnen schon viel lernen“, bestätigte Sozialamtsleiter Hölscher.

Von anderer Anerkennung erzählte Evelin Trilling, pensionierte Lehrerin: „Nie in meinem Berufsleben habe ich so viel Dankbarkeit erfahren wie jetzt von Flüchtlingen.“ Brigitte Schweighöfer schilderte die gleiche Erfahrung: „Die Kinder aus Flüchtlingsfamilien sagen, Saerbeck ist gut.“

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