In Saerbeck ticken die Uhren anders: Benefizkonzert in St. Georg beendet schönste Fest des Jahres Erst jetzt ist Weihnachten vorbei

saerbeck -

In Saerbeck ticken die Uhren ein wenig anders. Dort ist Weihnachten erst dann vorbei, wenn das traditionelle Benefizkonzert in St. Georg stattgefunden hat, so wie am Sonntag, als die Besucher ein weihnachtlich-festlich geschmücktes Interieur erwartete.

Von Tünde K.-Linnemann
In der noch weihnachtlich geschmückten Kirche beglückten die Musiker ihre Zuhörer mit bekannten Werken, aber auch modernen Stücken und mutigen Klangexperimenten.
In der noch weihnachtlich geschmückten Kirche beglückten die Musiker ihre Zuhörer mit bekannten Werken, aber auch modernen Stücken und mutigen Klangexperimenten. Foto: Tünde Kalotaszegi-Linnemann

Die Weihnachtsbäume wurden abgeholt, die Heiligen Drei Könige waren auch schon da. Alles rund um das schönste Fest des Jahres ist definitiv beendet und kann bis Dezember ad acta gelegt werden. Falsch! In Saerbeck ticken die Uhren ein wenig anders. Dort ist Weihnachten erst dann vorbei, wenn das traditionelle Benefizkonzert in St. Georg stattgefunden hat, so wie am Sonntag, als die Besucher ein weihnachtlich-festlich geschmücktes Interieur erwartete.

Es war bereits das elfte Mal, dass das Kolping-Blasorchester (KBO) mit verschiedenen Chören ein ansprechendes Programm präsentierte, um für einen guten Zweck zu sammeln. „Musik soll eingesetzt werden, um zu helfen“, formulierte Ludger Beermann. Und dabei halfen neben dem KBO der Kirchenchor St. Georg unter der Leitung von Severin Josten und die Saerbecker Singgemeinschaft, die Alexandros Tsihlis dirigierte.

Es ist schon mutig, ein Werk wie Bert Appermonts „Noahs Ark“ an den Anfang des Konzertes zu stellen, aber an Mut hat es Lutz Bammler mit seinem Orchester noch nie gefehlt. Das in jeglicher Hinsicht anspruchsvolle Stück basiert zwar auf der biblischen Geschichte, erhält aber viel Energie durch moderne kompositorische Mittel. Alles ist zu hören, von der Parade der Tiere bis zum Gewitter, Sturm und letztendlich dem positiven Ausblick in die Zukunft. Lutz Bammler hat alle technischen Klippen mit seinen Musikern bravourös gemeistert und eine bemerkenswerte Interpretation geliefert. Seit dem Weihnachtskonzert, als „Noahs Ark“ das erste Mal zu hören war, hat sich da viel getan.

So auch beim Kirchenchor, der unter anderem das bekannte „Macht hoch die Tür“ oder „In tiefer Nacht“ von Antoine Oomen schön harmonisch gestaltete. Jostens Sänger ließen sich auch dadurch nicht verunsichern, dass sie ausschließlich a-cappella vortrugen, was gar nicht so einfach ist, aber gut gelang. Mit der Parademusik aus dem Disneyland in Paris „Chante, c’est Noël“ und anderen Kompositionen aus seinem Repertoire glänzte das KBO samt seinem Chef Lutz Bammler.

Eine Reihe von weihnachtlichen Chorsätzen wie etwa „Es ist ein Ros‘ entsprungen“, „Still ist die Nacht“ und ähnlichen präsentierte die Saerbecker Singgemeinschaft mit Unterstützung der Chor- und Theatergemeinschaft Constantia Gelmer unter der Leitung von Alexandros Tsihlis und zeigte ihr Können, inklusive Intonationssicherheit und höchst differenziertem Klangbild. Ein rundum schöner A-cappella-Chorklang also.

Den feierlichen Abschluss bereiteten das Orchester und die beiden Chöre zusammen mit „Nun danken alle Gott“ und sorgten für Standing Ovations. Die Spenden in Höhe von 1493 Euro werden für die ökumenische Flücht-lingshilfe Saerbeck und für Kaplan Rameshs Projekte in seinem Heimatbistum Nellore in Indien verwendet.

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