Ein alter Sensationsfund gibt heute wieder Rätsel auf: Wer findet die Findlinge in der Heide? Verlassen und vergessen

Saerbeck -

„Verlassen, verloren und vergessen – und mein Herz schaut traurig zu“, so oder ähnlich dudelte vor Jahren eine Schnulze aus dem Radio. Klingt heute etwas kitschig, aber so mag’s manchem Saerbecker Heimatfreund gegangen sein, als er jüngst das alte Zeitungsfoto sah und ein paar aufgereihte Findlinge, irgendwo im Heideland zwischen Saerbeck und der Riesenbecker Bauerschaft Lage. Verlassen, verloren und vergessen.

Von Hans Lüttmann
Dieser Zeitungsartikel aus den 1930er Jahren macht Dr. Jürgen Gaffrey vom LWL neugierig; er fragt: Wer weiß mehr über die Reste der uralten Feldpannenbäckerei?
Dieser Zeitungsartikel aus den 1930er Jahren macht Dr. Jürgen Gaffrey vom LWL neugierig; er fragt: Wer weiß mehr über die Reste der uralten Feldpannenbäckerei? Foto: Josef Altepost

Eben diesen Zeitungsausschnitt fand LWL-Archäologe Dr. Jürgen Gaffrey in seinen Unterlagen; dabei war auch ein Foto, ebenfalls aus den 1930er Jahren und, genau wie das alte Bild in der Zeitung, von Josef Altepost aufgenommen (der übrigens 1935 Mitbegründer des Saerbecker Heimatvereins war). Dr. Gaffrey schickte nun den Zeitungsausschnitt nach Saerbeck und fragt: „Wer weiß, wo in der Gegend um Saerbeck solch eine Ziegelbrennerei bereits vor Hunderten von Jahren existierte? Gibt es Erzählungen oder Dokumente von ähnlichen Anlagen in dieser Region? Ist jemanden eine Häufung von Ziegel-Fehlbränden oder Schlackenresten aufgefallen, von der er nicht weiß, wieso diese dort hingelangt sein könnte? Hat jemand vielleicht noch ähnliche alte Fotos aus der Region?“

Wenn der Ort der alten Feldpannenbäckerei aufgespürt wird, wollen die Archäologen aus Münster die Stelle untersuchen.

Eigentlich müsste das Rätsel schon längst gelöst worden sein, wie der Zeitungstext nahelegt, dessen Fraktur-Schrift Herbert Neise, nun ja, übersetzt hat. Unter anderem ist dort nämlich zu lesen: „Die Fundstelle ist eine wertvolle Bereicherung zur Erforschung der Arbeitsweise unserer Vorfahren. Sie dürfte überhaupt wohl eine der interessantesten Fundstätten dieser Art sein. Es erscheint nicht ausgeschlossen, dass sie ein Alter von mehreren hundert Jahren hat. Es darf wohl erwartet werden, dass die interessierten Heimatvereine sich für die Erhaltung dieser aufschlussreichen Kultur- und Anschauungsstätte einsetzen werden.“

Geschehen ist bis heute nichts. Also werden die dicken Findlinge wohl noch immer dort liegen, wo sie – womöglich vor 200 oder 300 Jahren – hingeschafft worden sind. Wer wollte solche Brocken auch nach Hause schleppen? Und überhaupt war das „Fortbringen von Findlingen“, so heißt es in dem alten Text, auch damals schon „seit längerer Zeit gesetzlich verboten“.

Wer helfen kann, das Rätsel um die Findlinge und die alte Feldpannenbäckerei zu lösen, ruft am besten Herbert Neise an: ✆ 98 30 80.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3722140?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F