Neues Figurentheater aus Münster: Cyanacrylat
Werbung macht Petunia Stress

Münster -

Mit einer bierernsten Geschichte über Leistungsdruck, Topfpflanzen und Katzenfutter stellte sich das neu gegründete Figurentheater Cyanacrylat aus Münster als Gast im Zirkuszelt auf der Aaseewiese vor. Das Theater mit dem Namen eines Sekundenklebstoffs präsentierte sein erstes Stück: Petunia, angekündigt als skurriles Figurentheater für Erwachsene.

Dienstag, 10.09.2019, 19:18 Uhr
Die Puppe Petunia gerät durch Werbeslogans unter Leistungsdruck. In der poetischen Erzählung von Cyanacrylat gibt es aber eine Rettung. Foto: Maria Conlan

Cyanacrylat, das sind Maren Lange, Benedikt Hench und Björn Schimpf, Puppenspieler und Musiker, Ausstatter und Figurenbauer. Für die Ausstattung wurden sie von Timo Maslowski unterstützt. Das Ergebnis ist ein leises, gefühlvolles, poetisches und nachdenklich stimmendes Stück über Leistungsdruck, Zufriedenheit, Wünsche und Wege aus dem Teufelskreis.

Viel Sprache benötigen die Akteure nicht. Nur Werbeslogans unterbrechen gelegentlich die Ruhe des Spiels, gesprochen von Benedikt Hench, der ansonsten mit seinem Spezialcello und der Glasharfe für die passende musikalische Atmosphäre sorgt. Petunia ist eine Holzpuppe, die durch schwarz gekleidete Puppenspieler zum Leben erweckt wird. Ihr steht für ihren Gefühlsausdruck nur die Körpersprache zur Verfügung. Bedächtig und präzise wird sie bewegt. Und mit der sensiblen Führung der Puppenspieler kommt eine breite Palette von Erschöpfung bis Übermut, Sehnsucht bis Aggression zum Ausdruck.

Die Werbeslogans wecken Wünsche bei Petunia, sie verleihen ihr zusätzliche Energie, stacheln sie an bis zur Erschöpfung. Sie meint, größere Topfpflanzen zu brauchen und mehr Katzenfutter. Aus diesem Teufelskreis kann nur noch die Katze in Teamarbeit mit einem kleinen grauen Vogel die Rettung bringen.

Das Publikum wird eine knappe Stunde lang durch das Spiel unterhalten und verzaubert und allemal entschleunigt, durch die lyrischen, ruhigen, atmosphärischen Bilder. Weniger ist mehr, verdeutlichen Spiel und Inhalt mit Hilfe von Musik, Puppen, wenigen Gegenständen, Schattenspiel, viel Musik und Freude am Theater. Die Freude geht aufs Publikum über. Und was ihnen der Abend wert war, zahlen die Zuschauer am Ende in die Hutkasse.

Cyanacrylat haben schon in Köln im Theaterzelt gespielt und traten bei den Figurentheatertagen in Darmstadt auf. Bevor sie nun mit „Petunia“ durch Norddeutschland touren, ist dieses Stück am Freitag und Samstag (13. und 14. September) jeweils ab 22.30 Uhr im Zelt der Compagnia Buffo und dem Convoy Exceptionell auf der Aaseewiese nähe Wewerka-Pavillon erneut zu sehen.

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