„Münster vor Ort“ unterwegs am Bröderichweg
Unbekannte Inseln im Inselviertel

Münster -

Bäuerlichen Ursprungs, aber heute ein moderner Büro- und Ausbildungsstandort: Das Inselviertel beiderseits des Bröderichweges ist städtebaulich spannend. In der vorletzten „Münster vor Ort“-Tour am Wochenende nimmt Architekt Stefan Rethfeld die Teilnehmer mit auf ein abwechslungsreiches „Insel-Hopping“.

Mittwoch, 11.09.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 11.09.2019, 10:40 Uhr
Umgeben von Landschaft: die Hauptzentrale der Provinzial am Bröderichweg. Foto: Stefan Rethfeld

Die „Münster vor Ort“-Touren führen am kommenden Wochenende ins Inselviertel beiderseits des Bröderichweges. Dort liegen nicht nur Wohnstraßen, sondern auch ungewöhnliche Bürogebäude, Schulbauten, Kulturzentren und ein Kloster inselartig in der Stadtlandschaft. Neues entsteht auch derzeit in den Zwischengebieten.

Das Gebiet des Rundgangs, ein Teil von Kinderhaus, bildet hierbei ein Dreieck aus Grevener Straße, Kanalstraße sowie der ehemaligen Bahnlinie im Süden.

Straßen verströmen Nordseeluft

Und bereits die Straßen verströmen Nordseeluft: Sie sind nach den sieben bewohnten ostfriesischen Inseln benannt – von Borkum bis Wangerooge und zusätzlich Helgoland. Angelegt wurden sie 1939 und stellten Münsters nördlichstes Wohnviertel dar.

Namensgebend für die heutige Hauptachse, den Bröderichweg, ist der Hof Bröderich („domus Broderinch“) an der Kanalstraße, der 1249 urkundlich erwähnt wurde und dessen großzügige Anlage durch einen alten Speicher beeindruckt.

Bis in die 1960er-Jahre bäuerlich geprägt

Lange war das Gebiet bäuerlich geprägt. So entstanden sowohl das 1954 errichtete Katharinenkloster der Architekten Kösters & Balke als auch das 1961 von Wilhelm Baumewerd und Winfried Hinz geschaffene Ermlandhaus in beschaulicher Umgebung.

Erst mit der Entscheidung, einen Büro- und Ausbildungsstandort zu entwickeln, kam in den 1960er-Jahren vieles in Bewegung. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe investierte in ein überregionales Förderschulzentrum mit verschiedenen Schwerpunkten (unter anderem Sehen, Hören und Kommunikation).

Provinzial und Sparkasse siedelten sich an

Ebenso wurde der Bröderichweg zur neuen Unternehmensadresse. So bezogen 1974 sowohl die Provinzialversicherung als auch die Sparkassenakademie mit Hotel dort ihre raumgreifenden Neubauten, die in den 1990er-Jahren und jüngst nochmals erheblich erweitert wurden. Letztere dient heute – nach der Verlegung der Sparkassenakademie nach Dortmund – dem Sparkassenverband und der Finanzinformatik.

Wer das Gebiet durchstreift, wird es damals wie heute als heterogen empfinden. Der Rundgang wird die verschiedenen Inseln mit ihren wechselnden Atmosphären im Gebiet vorstellen. Entdeckungen sind garantiert.

Zum Thema

Die Tickets für die dreieinhalbstündige Tour unter Leitung des Architekten und Autoren Stefan Rethfeld am Freitag (13. September) um 15 Uhr sowie am Samstag und Sonntag (14./15. September) jeweils um 11 Uhr) sind im Ticket-Shop unserer Zeitung, Prinzipalmarkt 13, erhältlich. Treffpunkt ist das Katharinenkloster, Ermlandweg 11. Die letzte Tour der Reihe führt vom 11. bis 13. Oktober nach Sprakel.

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