Film-Dokumentation über das Universitätsklinikum
Dreh in der Notaufnahme

Münster -

Wie läuft der Betrieb in einem Großklinikum wie dem Uniklinikum Münster? Dieser Frage geht der TV-Sender Kabel 1 nach und hat einen zweiteiligen Film drehen lassen. Dort tätige Menschen erzählen von ihrer Arbeit – und zwar nicht nur Ärzte.

Freitag, 23.08.2019, 19:15 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 20:46 Uhr
Medizinstudentin Theresia Nau und Prof. Rhilipp Kümpers (v.l.) sind in der Doku von „Kabel 1“ die Gesichter der Notaufnahme des UKM. Foto: Oliver Werner

Als Professor Philipp Kümpers an jenem Morgen im April die Tür zu seinem Arbeitsplatz betrat, schallte ihm ein vielstimmiges „Guten Morgen“ seines Teams entgegen. Ein Kamerateam der TV-Produktionsgesellschaft „Janus TV“ hatte sich in der internistischen Notaufnahme des Universitätsklinikums Münster aufgebaut. „Der erste Moment fühlte sich ein bisschen gestellt an“, sagt Kümpers, Leiter der Notaufnahme.

Sein Job im Erdgeschoss des Bettenturms Ost lässt Kümpers aber wenig Gelegenheit, über seine Kamerawirkung nachzudenken. Die Notfälle rauschten herein, Patienten wurden versorgt – die Kameraleute blieben.

Erst recht keine Seifenoper

Was sie gedreht haben, ist voraussichtlich im Oktober im Fernsehen bei Kabel 1 zu sehen. Der Sender ließ im Uniklinikum eine zweiteilige Dokumentation für sein Format „Die Klinik“ drehen. Kein Arztfilm mit fiktiver Handlung, erst recht keine Seifenoper. „Es soll gezeigt werden, wie im Krankenhaus gearbeitet wird“, beschreibt Anja Wengenroth, Sprecherin des UKM, das Konzept.

Der Film porträtiert dafür 20 Mitarbeiter des Uniklinikums: mehrere Ärzte, unter ihnen Philipp Kümpers, Pflegekräfte, aber auch Menschen, die hinter den Kulissen wirken: eine Mitarbeiterin der Wäscherei, die Verkäuferin im Kiosk der Bettentürme, einen Techniker und eine Physiotherapeutin. Sie alle sorgen dafür, dass das UKM läuft. Der Film zeigt aus ihrer Perspektive heraus den Betrieb in einem Großkrankenhaus der „Maximalversorgung“, wie Unikliniken im Fachjargon genannt werden.

Dreharbeiten vor dem Nachtdienst

Die „Gesichter“ des UKM waren schnell gefunden – ganz ohne Casting, das die Produktionsgesellschaft ei­gentlich routinemäßig geplant hatte. In einer gleichnamigen Serie für die inter ne Kommunikation hatte das UKM schon einmal Mitarbeiter aus vielen Bereichen vorgestellt. Anhand dieser Videoaufnahmen wurde ein großer Teil der Fernseh-Gesichter ausgewählt.

Zu ihnen gehört auch Rinke Saaltink, Krankenpflegerin in der HNO-Klinik. Die 25-jährige Niederländerin arbeitet seit zweieinhalb Jahren am UKM, während ihrer Ausbildung hatte sie schon zwei längere Praktika dort absolviert. Rinke Saaltink erzählt von den Dreharbeiten vor ihrem Nachtdienst, da ist sie allein auf der 18-Betten-Station. Ja, es gibt Arbeitstage ohne Pause, sagt sie – aber sie schaffe die Aufgaben. Demnächst beginnt sie eine Weiterbildung am Klinikum, sagt: „Ich fühle mich in Münster wohl.“

Keine Abläufe gestört

Philipp Kümpers ist zusammen mit der Medizinstudentin im praktischen Jahr, Theresa Nau, das Gesicht der Notaufnahme. „Ich war einfach neugierig mitzuerleben, wie so ein Film entsteht“, erklärt er, warum er mitgemacht hat. Das dreiköpfige Drehteam habe sehr unauffällig gearbeitet. „Wir hatten uns schnell an die Kamera gewöhnt“, erinnert er sich an die beiden Drehtage.

Das fertige Ergebnis des Drehs über die Arbeit der Notaufnahme durfte Kümpers vor der Ausstrahlung schon einmal ansehen, Rinke Saaltink den Teil über ihre Station auch. Es hat ihr gefallen, sich bei der Arbeit zuzuschauen: „Ich bin zufrieden.“

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