Greenpeace-Aktion
EU-Agrarsubventionen: Öko-Bauern sollen profitieren

Münster -

Mehr Geld für die Landwirte, die ökologisch produzieren: Das forderte am Montag die Umweltschutz-Organisation Greenpeace. Eine Aktion auf dem Stubengassenplatz adressierten sie im wahrsten Sinne des Wortes an einen münsterländischen EU-Abgeordneten.

Dienstag, 13.08.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 13.08.2019, 08:58 Uhr
Sandra Maaß ist am Montag zusammen mit Rolf Wiederkehr eigentlich zum Einkaufen aus Senden mit dem Rad nach Münster gekommen, doch ein kleiner Halt für ein Autogramm ist zeitlich drin. Schließlich ist ihr eine zukunftsfähige Landwirtschaft ein Anliegen. Foto: Pjer Biederstädt

Sandra Maaß muss am Montagmorgen nicht lange überredet werden. Ohne zu zögern unterschreibt sie die überdimensionierte Postkarte im Plakatformat, die auf dem Stubengassenplatz steht. „So kann es ja nicht weitergehen“, sagt die Frau aus Senden. Die Politik müsse Anreize für Landwirte schaffen, damit diese klimaschonend und doch auskömmlich produzieren können, findet sie.

Adressiert ist die Karte an den EU-Parlamentarier Markus Pieper (CDU). „Wir fordern die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, sich dafür einzusetzen, dass die EU-Agrarsubventionen künftig gezielt für den Schutz von Umwelt und Klima verwendet werden“, erklärt Landwirtschaftsexperte Dirk Zimmermann die Aktion der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Pieper kommt nicht

Man wolle die EU-Agrarsubventionen von 58 Milliarden Euro nicht abschaffen, betont Zimmermann, „aber wir wollen die Verteilung verändern.“ Klimawandel, Artensterben, Überdüngung, Fleischkonsum – es sei an der Zeit, Landwirte zu fördern, die ökologisch nachhaltigen Anbau betreiben und artgerechte Tierhaltung praktizieren, meint Zimmermann.

Markus Pieper kommt an diesem Montag nicht. Greenpeace hatte ihn zwar eingeladen, doch er habe aus Zeitgründen abgesagt, erzählt Zimmermann. Er ist dennoch optimistisch, dass die Informationstour durch zehn deutsche Städte beiträgt zum immer stärker wachsenden Bewusstsein für ökologische Themen. Wenn Pieper wolle, würde man ihm die Riesen-Postkarte in sein Abgeordneten-Büro in Münster bringen, sagt Zimmermann. „Vielleicht meldet er sich ja noch.“

Visuell unterstützt wird die Aktion von einem Graffiti-Künstler, der das Bild einer nachhaltigen Landwirtschaft malt. Später soll darauf ein Maisfeld, eine große Landmaschine und zwei Bienen mit Gasmasken zu sehen sein.

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