Ein Jahr nach dem Fischsterben im Aasee
Erholung nach der Ökokatastrophe

Münster -

Die Bilder haben sich ins Gedächtnis der Stadt eingebrannt: Hunderttausende Fische treiben leblos auf dem Aasee. Seit der Ökokatastrophe vor einem Jahr ist einiges unternommen worden, damit sich die Bilder nicht wiederholen.

Freitag, 09.08.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2019, 13:18 Uhr

20 Tonnen tote Fische und zahlreiche verendete Wasservögel – die Ökokatastrophe im Aasee im August 2018 war ein Schock für die Stadt.

Ein Jahr nach den Auswirkungen der extremen Witterungsbedingungen hat sich der Aasee trotz erneuter Hitzewelle in diesem Sommer gut erholt. „Die Ergebnisse belegen den derzeit außergewöhnlich guten Zustand des Sees“, teilten Gewässerökologe Lutz Hirschmann vom Umweltamt und Sonja Kramer vom Tiefbauamt Ende Juni mit.

Viele Ursachen für den Kollaps

Damals hatte sich das Wasser des 40 Hektar großen Sees wegen der anhaltenden Hitze erwärmt. In der Folge war der Sauerstoffgehalt gesunken. Doch das war nicht alles: Wochenlang war kein Regen gefallen, und somit kein Wasser über die Aa in den See geflossen, was das Blaualgenwachstum begünstigt hatte. Eine weitere Ursache für den Kollaps war der zu hohe Fischbestand.

Fischsterben im Aasee

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  • Fischsterben im Aasee
Foto: Matthias Ahlke
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Nach der Ökokatastrophe stand schnell die Frage im Raum, ob das Fischsterben hätte verhindert werden können. Die Gewässerexpertin Prof. Elisabeth Meyer von der Uni Münster hatte damals zurückhaltend geantwortet: Der Aasee sei „über Nacht gekippt“, da sei vermutlich keine Zeit geblieben, um zu reagieren.

Das Maßnahmenpaket der Stadt

Die Stadtverwaltung hatte als Reaktion auf das Fischsterben Experten an einem Runden Tisch versammelt und später externe Hilfe hinzugezogen. Prof. Dr. Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg wurde beauftragt, die Ursachen des Fischsterben zu erforschen und ein Konzept zu entwickeln, damit sich der Öko-Gau nicht wiederholt.

Daraus entstanden ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen: Mit einem Frühwarnsystem wird die Wasserqualität kontinuierlich bewertet, damit im Notfall Akutmaßnahmen eingeleitet werden können. Außerdem hat die Stadt Sauerstoffpumpen angeschafft. Ein Hegeplan kontrolliert den Fischbestand und langfristig soll daran gearbeitet werden, die Phosphatzufuhr über den Oberlauf der Aa zu reduzieren.

Ob auch zu viel Schlamm zum Fischsterben beigetragen hat, sollen die Ergebnisse eines Messkatamarans klären. Die Daten sind eine wichtige Grundlage für das Gesamtgutachten. Müsste als Schlussfolgerung der Aasee entschlammt werden, könnte dies eine kostspielige Angelegenheit werden.

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