Bauarbeiten bis Herbst 2021
Neue Ampelschaltung soll Verkehrschaos durch Kanalstraßen-Baustelle lindern

Münster -

Die Sperrung der Kanalstraße wirkt sich aus. Darum wurde jetzt die Grünphase an der Kreuzung Friesenring/Grevener Straße verlängert, um die Staus abzumildern. Weitere Optimierungen sind in der Abstimmung.

Donnerstag, 27.06.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 09:35 Uhr
Verkehrsstau im Bereich Kanalstraße und Friesenring Foto: Matthias Ahlke

Verkehrsstaus auf dem Cheruskerring und dem Friesenring sind normal. Seit aber die Kanalstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt worden ist, hat sich das Chaos verdichtet. Um den Rückstau an der Kreuzung Friesenring/Grevener Straße zu verkürzen, wurde die Ampelphase am Rechtsabbieger in die Grevener Straße am Dienstagmittag länger auf Grün geschaltet. Dies betont Bauleiter Dirk Havermeier von der Stadt Münster. An Verbesserungen werde gearbeitet. Auch die Umleitungsbeschilderung soll verbessert werden, verspricht er.

Die Sperrung der Kanalstraße wirkt sich erheblich aus auf den Straßenverkehr, auf das angrenzende Wohnviertel und auf dort ansässige Betriebe. Bis Ende 2021 wird an der Einmündung der Wibbeltstraße in die Kanalstraße ein Pumpwerk für den Hochwasserschutz gebaut. Der alte Max-Klemens-Kanal als Bodendenkmal verhindert einen anderen Standort.

12.000 Autos auf der Kanalstraße

Rund 12.000 Pkw, so Havermeier, nutzten demnach bis zur Sperrung täglich die Kanalstraße. Diese Fahrzeuge müssen jetzt ausweichen. Momentan werde mit der Straßenverkehrsbehörde abgestimmt, so heißt es, ob möglicherweise die vor Jahren gesperrte Salzmannstraße oder die Wienburgstraße zur Entlastung geöffnet werden können.

Widersprüchliche Aussagen gebe es beim Aufstellen der riesigen Baucontainer unmittelbar vor den Grundstücken von Anliegern auf der Wibbeltstraße. Der Standort sei angeordnet worden, rechtfertigt der Bauleiter diese Maßnahme. Selbstkritisch sagt er, dass aber die Kommunikation hätte besser sein können. Das Bauunternehmen habe ihm versichert, so Havermeier, mit den Anliegern vorher gesprochen zu haben, diese haben dies jedoch bestritten.

Gastronom sauer

Für Lutz Holtmann, Gastronom und Hotelier in der Wienburg, ist die Sperrung der Kanalstraße ein rotes Tuch. Er spricht von einem bereits nachweisbaren 30-prozentigen Umsatzrückgang. Im schlimmsten Fall stünden in seinem Betrieb einige der 17 Arbeitsplätze auf dem Spiel, befürchtet Holtmann. Für den Gastronom, dessen Familie seit dem Jahr 1726 als Pächterin in der Wienburg arbeitet, ist der Hinweis der Stadt auf den Kanal als „Bodendenkmal nur eine Schutzbehauptung, um die Kosten zu rechtfertigen“. 

Ich weiß nicht, was sich die Stadt bei der Maßnahme gedacht hat.

Lutz Holtmann

Holtmann betont: „Ich weiß nicht, was sich die Stadt bei der Maßnahme gedacht hat.“ Er schlägt zur Entlastung der Umleitungen und für eine bessere Erreichbarkeit eine Öffnung von Wienburgstraße und Salzmannstraße vor.

Denkmalpflegerin Dr. Aurelia Dickers von der Stadt erklärt, dass der Max-Klemens-Kanal im Jahr 1995 als Bodendenkmal eingetragen wurde. „Ich kann die Bürger verstehen.“ Für Dickers ist aber „der Quellencharakter im Boden einzigartig“.

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