Bericht im Umweltausschuss
Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung: Neun Kolonnen im Einsatz

Münster -

Mit einem hohen Personalaufwand bekämpft die Stadt Münster aktuell den Eichenprozessionsspinner. Im Umweltausschuss berichtete der Stadtförster Hans-Ulrich Menke.

Dienstag, 25.06.2019, 21:15 Uhr aktualisiert: 26.06.2019, 07:04 Uhr
Der Eichenprozessionsspinner beschäftigt Münsters Kommunalpolitiker. Foto: Matthias Ahlke

Sechs Kolonnen mit Hubsteiger und drei Bodentrupps sind derzeit in Münster unterwegs, um Nester des für Menschen gefährlichen Eichenprozessionsspinners zu entfernen. Das teilte der Stadtförster Hans-Ulrich Menke am Dienstagabend in der Sitzung des Umweltausschusses mit.

Die Arbeit sei im wahrsten Sinne des Wortes extrem schweißtreibend, da die Mitarbeiter mit kompletten Schutzanzügen unterwegs seien. Wegen der Hitze seien die Trupps morgens ab 4 Uhr im Einsatz.

„Die Maßnahmen greifen jetzt“, verwies Menke auf inzwischen 10.000 abgesaugten Nester. Die Raupen, deren Haare allergische Reaktionen auf der Haut auslösen können, werden in verschlossenen Tonnen gesammelt und dann verbrannt.

Immer wieder neue Nester

Die Massenvermehrung, die in diesem Jahr „in einer nie gekannten Dimension“ zu beobachten sei, führte der Förster unter anderem auf die außergewöhnlich lange Schlupfzeit der Raupen zurück, die bereits seit Ostern anhalte. An einzelnen Eichen seien die Einsatzkräfte inzwischen bis zu vier Mal ausgerückt, weil immer wieder neue Nester entstanden seien.

So werden Eichenprozessionsspinner bekämpft

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  • Was tun gegen die Gespinste des Eichenprozessionsspinners? So gehen Profis vor:

    Was tun gegen die Gespinste des Eichenprozessionsspinners? So gehen Profis vor:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit Schutzanzügen bekleidet lassen sich die Schädlingsbekämpfer – hier vom Unternehmen „AstWerk“ per Hubwagen in die Baumkronen hieven.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Haarspray kommt zur Fixierung des Gespinstes zum Einsatz.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dann wird das Nest von Hand abgenommen...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...und in einer Plastiktüte verpackt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Eine weitere Möglichkeit zur Entfernung der Nester: Absaugen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit einem Industriestaubsager werden die Gespinste entfernt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Anschließend werden die betroffenen Stellen an der Eiche gründlich abgesaugt und mit einem Haarspray imprägniert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • 40 bis 50 Nester können von einer Kolonne am Tag beseitigt werden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Eichenprozessionsspinner werden samt ihrer reizenden Brennhaare entsorgt.

    Foto: Matthias Ahlke

Gute Erfahrungen hat das Umweltamt bei der Bekämpfung der Schmetterlingsart mit dem Biozid Foray gemacht. Das ist ein Bakterium, das bei der Raupe tödlich wirkt. Menke warnte aber vor einem übermäßigen Einsatz wegen der ökologischen Nebenwirkungen.

Der natürliche Feind der Raupe ist der Kuckuck. Das Problem: Der Kuckuck ist inzwischen in Deutschland sehr selten geworden.

Ist der Falter einmal geschlüpft, steht er auf der Speiseliste von Fledermäusen. Der Schutz der Fledermäuse, so hieß es im Ausschuss, sei ein Beitrag zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

Für Münsteraner, die Nester auf ihren Grundstücken entdecken, hält das Umweltamt eine Liste mit Fachfirmen für die Entsorgung bereit. Menke warnte davor, die Nester eigenständig zu entfernen.

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