14. Freie Gartenakademie mit dem Thema „Niederlande“
Pflanzen aus China wiederentdeckt

Münster -

Der Untertitel der Veranstaltung in Wilm Weppelmanns Gartenakademie klingt stolz und selbstbewusst: „Botanische Gärten in den Niederlanden: Lange Geschichte und blühende Zukunft“.

Montag, 24.06.2019, 18:27 Uhr
Prof. Dr. Paul Keßler aus Leiden (Niederlande) und Prof. Dr. Kai Müller (Botanischer Garten Münster) freuten sich im Garten des Gastgebers der Gartenakademie, Wilm Weppelmann (v.l.). Foto: Wolfgang A: Müller

Der Untertitel der Veranstaltung in Wilm Weppelmanns Gartenakademie klingt stolz und selbstbewusst: „Botanische Gärten in den Niederlanden: Lange Geschichte und blühende Zukunft“. Wenn Prof. Dr. Paul Keßler von seinem Arbeitsplatz in Leiden erzählt, werden die Gründe dafür schnell deutlich. Denn der 1590 gegründete „Hortus Botanicus“ der dortigen Universität ist der älteste seiner Art in Westeuropa. Und schon sein erster Direktor, Carolus Clusius (1526-1609), leistete Pionierarbeit.

In seiner noch wesentlich erhaltenen Anlage am Garteneingang brachte Clusius 1585 verschiedene, auch nicht-medizinische Pflanzen unter. Sein Interesse an der über die Türkei importierten, zentralasiatischen Tulpe legte den Grundstein für die holländische Blumenzwiebelindustrie – und für ein florales Nationalsymbol.

„Die koloniale Vergangenheit hat sich auch in unserer wissenschaftlichen Sammlung niedergeschlagen“, erläuterte Keßler, stolz auf das tropische Gewächshaus und auf die Fortführung der Arbeit des in Japan tätigen Naturforschers Philipp Franz von Siebold. Vor allem aus Südostasien wurden Exem­plare nach Leiden geholt. Über 100 Arten der fleischfressenden Nepenthes sind in Leiden stationiert. Viele alte Pflanzen, die in Leiden weiter vermehrt werden, stoßen auf internationales Interesse. Auch aus Gründen des Artenschutzes: Chinesische Wissenschaftler entdeckten im Bestand der Leidener fünf Pflanzen, die als ausgestorben galten.

Rund eine Million Besucher verzeichnen die 26 Botanischen Gärten in den Niederlanden, die relativ nah beieinanderliegen. Konkurrenz machen sie sich dennoch keine: Sie ergänzen sich. Auf 16 feste Mitarbeiter und über 100 freiwillige Helfer kann Keßler in seinem Garten zurückgreifen. Das sind Möglichkeiten, aus denen auch Prof. Dr. Kai Müller (Leiter des Botanischen Gartens der Uni Münster) sicher gern schöpfen würde. Schon die institutionellen und rechtlichen Voraussetzungen sind beim Nachbarn allerdings anders. Aber viele Kooperationsprojekte, sowohl bei der DNA-basierten Taxonomie als auch bei der Wissensvermittlung, stimmen auch Keßlers Kollegen derzeit sehr optimistisch.

Zum Thema

Die Gartenakademie geht am Mittwoch (26. Juni) um 20 Uhr in der Kleingartenanlage, Langemarckstraße 73, weiter. Dann spricht Dr. Petra Marx (Landesmuseum Münster) über „Besloten Hofjes“ (Geschlossene Gärten) in Altaraufsätzen und Andachtsbildern. Eintritt frei, Spenden erbeten.

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