„Die Unsicherheit der Eltern bleibt“
Schlaun-Gymnasium: SPD hält Sanierungskonzept für zu kompliziert

Münster -

„Das ist keine Perspektive für die Schule, die Unsicherheit der Eltern ist nicht weg“, sagt SPD-Schulpolitikern Doris Feldmann. Und meint damit die Umzugskette, die durch die geplante Sanierung des Schlaun-Gymnasiums in der münsterischen Schullandschaft ausgelöst wird. Feldmann befürchtet sinkende Anmeldezahlen.

Freitag, 21.06.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 21.06.2019, 10:20 Uhr
Das Schlaun-Gymnasium in Münster Foto: Matthias Ahlke

Die Umzugskette sieht folgendermaßen aus. Wenn der Neubau der Mathilde-Anneke-Gesamtschule fertiggestellt ist, ziehen Gesamtschüler aus dem Gebäude der Fürstenbergschule in den Neubau um. In die danach hergerichteten Räume der Fürstenbergschule ziehen Schüler der Espa um. Und in die dann hergerichteten Räume der Espa ziehen Schülern des Schlaun-Gymnasiums ein, damit der Altbau des Gymnasiums saniert werden kann.

Die SPD-Ratsfraktion lehnt ein Sanierungskonzept, das derart viele Umzüge zur Voraussetzung hat, schlicht ab. Das machte die SPD-Schulpolitikern Doris Feldmann am Mittwoch bei einem Pressegespräch deutlich. Sie geht davon aus, dass wegen der vielen Unwägbarkeiten mit einem Abschluss der Sanierungsarbeiten am Schlaun-Gymnasium in sieben Jahren zu rechnen sei.

Unsicherheit der Eltern bleibt

„Das ist keine Perspektive für die Schule, die Unsicherheit der Eltern ist nicht weg“, so Feldmann weiter. Sie befürchtet sinkende Anmeldezahlen – vor allem dann, wenn die Umzugskette ins Stocken gerate.

Ihr Fraktionskollege Michael Kleyboldt geht überdies davon aus, dass die bislang von der Stadtverwaltung veranschlagten Sanierungskosten in Höhe von 45 Millionen Euro angesichts der vielen Provisorien, die zu schaffen seien, nicht ausreichen.

Schlaun-Gymnasium nach Gremmendorf

Die SPD ihrerseits hatte dafür plädiert, das Schlaun-Gymnasium nach Gremmendorf zu verlagern, dort komplett neu zu bauen und die Schule wachsen zu lassen. Am alten Standort, so Feldmann, sei das Schlaun-Gymnasium auch nach der Sanierung auf eine Dreizügigkeit ausgelegt.

Noch ein Problem besteht laut SPD-Lesart: „Der Bedarf für den wachsenden Stadtteil Gremmendorf ist noch immer nicht gesichert“, so Feldmann.

Die SPD-Ratsmitglieder bewerteten den Schlenker über die Espa als ein „teures Wahlgeschenk“ von CDU und Grünen, das nach der Wahl 2020 wegen fehlender Umsetzbarkeit nicht weiter verfolgt werde.

Kommentar: Keine einfache Lösung

Die Bemühungen, in Münster eine weitere Gesamtschule zu schaffen, zeigen sehr deutlich:  Eine einfache Lösung wird es hier nicht geben. Und das liegt nicht, wie in früheren Jahren, daran, dass diese Schulform in Teilen des politischen Spektrums auf Vorbehalte stößt. Auch die CDU hat bekanntlich ihren Frieden mit der Gesamtschule gemacht.

Hier eine Perspektive zu finden, die ohne negative Folgen für andere Schulen bleibt, ist schlicht unmöglich. Käme die Wunschvorstellung mit dem Standort Roxel  zum Tragen, säßen die Leidtragenden im benachbarten Havixbeck. Zöge ein Berufskolleg im Tausch in die Schulgebäude in Roxel, träte die neue Gesamtschule, ganz gleich wo, immer in Konkurrenz mit in der Nähe bestehenden Schulangeboten. Und nähme die Stadt eines ihrer Schulzentren, etwa in Hiltrup oder Kinderhaus, in den Blick, müssten dort bestehende, funktionierende Schulen aufgelöst werden.

Hier ist kluges Abwägen gefragt – denn eine neue Gesamtschule, die am Ende nicht auf die Akzeptanz der Eltern stößt, wäre keine Lösung des Problems. | Von Karin Völker

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