Vokalensemble „d’aChor“ in der Friedenskapelle
Peppings brisante Bänkellieder

Münster -

Das Vokalensemble „d’aChor“ rund um Chorleiter Jürgen Janotta hat sich in den fast 30 Jahren seines Bestehens immer wieder für Musik engagiert, die durch das Netz des gesicherten Konzertrepertoires fällt. So auch das aktuelle Programm, an dem „d’aChor“ seit Mitte vorigen Jahres arbeitet...

Mittwoch, 19.06.2019, 17:41 Uhr
Das Vokalensemble „d’aChor“ unter Leitung von Jürgen Janotta wagt sich an Ernst Peppings „Bänkellieder“. Foto: Klaus Wortmann

Das Vokalensemble „d’aChor“ rund um Chorleiter Jürgen Janotta hat sich in den fast 30 Jahren seines Bestehens immer wieder für Musik engagiert, die durch das Netz des gesicherten Konzertrepertoires fällt. So auch das aktuelle Programm, an dem „d’aChor“ seit Mitte vorigen Jahres arbeitet: Proben für das „Lob der Träne“, einen Zyklus von sieben „Bänkelliedern“ des Komponisten Ernst Pepping.

„Bänkellieder“ klingt nach Unterhaltung, nach Spaß und Scherz. Davon ist „Lob der Träne“ aber weit entfernt, zumal das rund 20-minütige Werk im Jahr 1940 entstand, ein Jahr nach Beginn des Zweiten Weltkriegs. Verszeilen wie „Es brausen die Wolken, es heulet der Sturm, es zucken die Blitze hernieder“, wie Pepping sie vertont, bekommen da im Angesicht des Nazi-Terrors eine ziemlich klare Bedeutung. Auch die Worte über Männer auf dem Weg „zum Kampfe“, über eine verlorene Mutter, ein junges betrogenes Mädchen. Anspielungsreiche Texte also, die Pepping (1901 geboren) zu äußerst plastischer und klangmalerischer Musik inspirierte. Und für die er 1940 keinen Verleger fand: Sein „Hausverlag“ Schott in Mainz lehnte ab. Zu brisant, diese „Bänkellieder“?

Auf jeden Fall stellen sie enorme Anforderungen an die Sängerinnen und Sänger – sicher ein Grund, dass die Lieder in Münster zuletzt vor langen zwei, drei Jahrzehnten von Hermann Kreutz und dem Musikhochschulchor aufgeführt worden sind. Janotta war damals aktiv dabei. „Sonst würde ich diese Musik bis heute nicht kennen“, erläutert der Ex-Sechs-Zylinder und blickt auf die Partitur, die mit rhythmischen und klanglichen Schwierigkeiten nur so gespickt ist. „Für Laienchöre eigentlich kaum zu realisieren“, versichert er.

Zusätzlichen Reiz wird Peppings „Lob der Träne“ bekommen durch Klaus Renzel, der die Musik pantomimisch kommentiert. So gibt der bekannte Kölner Comedian der Aufführung einen zusätzlichen Impuls auch für die Augen. Rund um Pepping herum interpretiert „d’aChor“ Kompositionen unter anderem von Brahms, Silcher und Stenhammer.

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Das Konzert findet statt am 29. Juni (Samstag) um 20 Uhr in der Friedenskapelle am Willy-Brandt-Weg. Karten im Vorverkauf (12 8 Euro) im Musikhaus Viegener und an der Abendkasse (15 / 11 Euro).

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