„Münster vor Ort“ an der Wienburg
Spurensuche: Vom Herrensitz zum Landhaus

Münster -

Den einstigen Anspruch als Herrensitz können Besucher der Wienburg heute nur noch an wenigen Stellen entdecken. Doch sie sind da, die Spuren einer glorreicheren Geschichte des Areals. Genau diese Spuren nimmt die nächste Tour von „Münster vor Ort“ am Wochenende (21. bis 23. Juni) unter die Lupe.

Dienstag, 18.06.2019, 11:00 Uhr
Auf Spurensuche: Die Wege an der Wienburg waren einst gesäumt von Skulpturen. Mittlerweile sind die verbliebenen restaurationsbedürftig. Foto: Stefan Rethfeld

Am kommenden Wochenende führt die „Münster vor Ort“-Tour ins weitläufige Areal der Wienburg. Das Anwesen liegt heute etwas versteckt jenseits der Kanalstraße und offenbart sich dem Spaziergänger schnell als geschichtsträchtiger Ort – mit vielen verwischten Spuren eines einstigen Herrensitzes.

Zunächst lag hier seit dem 13. Jahrhundert ein Hof Gerninc, bis dieser Ende des 17. Jahrhunderts als „Haus Wienburg“ neu errichtet wurde.

Barocke Umgestaltung im 18. Jahrhundert

Eine weitere barocke Umgestaltung um 1765 wird Johann Conrad Schlaun zugeschrieben. Nicht nur das Haus erfuhr eine barocke Erweiterung, auch das Umfeld des Landhauses wurde gleichsam künstlerisch angelegt – mit einem großen barocken Garten.

Eine Allee, die auf das Anwesen zuführte, war seinerzeit gesäumt von künstlerisch hochstehenden Skulpturen (vermutlich um 1700 durch Johann Mauritz Gröninger geschaffen), die auch heute noch einen Weg säumen – sie bedürfen jedoch dringend der Sicherung und Restaurierung.

Zweiter Aasee und Freibad waren geplant

Auch im angrenzenden Wienburgpark lassen sich unterschiedliche Atmosphären entdecken. Unterteilt in Wald-, Wiesen- und Wasserflächen, ermöglicht der naturnahe „Nordpark“ seit seiner Eröffnung 1987 vielfältigen Raum für Freizeitmöglichkeiten. Ein noch in den 1970er-Jahren angedachter „zweiter Aasee“ samt Freibad wurde jedoch seinerzeit aus Kostengründen abgelehnt.

Schließlich wird auch das Gebiet der LWL-Klinik, hervorgegangen aus der 1864 bis 1866 errichteten Klosteranlage Marienthal, im Fokus stehen.

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Die dreieinhalbstündige Tour unter der Leitung des Architekten und Autoren Stefan Rethfeld wird die Entstehungsgeschichte des Gebietes veranschaulichen sowie den verschiedenen Zeitschichten nachspüren. Tickets für Freitag (21. Juni 15 Uhr) sowie Samstag und Sonntag (22./23. Juni jeweils um 11 Uhr) sind im WN-Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13, erhältlich. Treffpunkt ist die Wienburg, Kanalstraße 237.

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