Vorschlag in der BV Mitte
SPD will Aegidiistraße zur Fahrradstraße machen

Münster -

Die SPD schlägt vor, die Aegidiistraße zur Fahrradstraße zu machen – und schöpft Hoffnung, dass aus ihrem Plan tatsächlich Realität werden könnte.

Dienstag, 11.06.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 11.06.2019, 09:22 Uhr
Die SPD  will die Aegidiistraße zur Fahrradstraße mache. Foto: Günter Benning

Was man der SPD-Politikerin Marita Otte guten Gewissens zuschreiben kann: über eine gehörige Portion Hartnäckigkeit zu verfügen und einen langen Atem zu haben. Und das hilft bekanntlich beim Bohren dicker Bretter. Ein solches scheint das SPD-Ansinnen zu sein, die Aegidiistraße als Fahrradstraße einzurichten, respektive dieses zunächst einmal zu prüfen. „Wir reden schon seit zwei Jahren darüber“, klagte jüngst die SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Mitte, um später, wohl an Verwaltung und das schwarze-grüne Ratsbündnis gerichtet, festzustellen: „Unser Eindruck ist, dass Sie sich nicht trauen, das anzupacken.“

Doch für Otte zeichnet sich ein Lichtblick ab, auch wenn sie, wie berichtet, mit ihrem Antrag scheiterte, die beschlossene Umwandlung der Fahrradstraße Bismarckallee mit dem umgehenden Einstieg in die Planung für die Aegidiistraße zu verknüpfen. Denn Michael Grimm, seines Zeichens Leiter des neu geschaffenen Amts für Mobilität und Tiefbau, sagte zu, „im nächsten Jahr“ mit der Planung für die Aegidiistraße zu beginnen. Er dürfte wohl wissen, wer ihn an diesem Versprechen 2020 messen wird.

Regeln auf Fahrradstraßen

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  • 1 Schild dpa

    Was ist denn eine Fahrradstraße? Mit diesem Schild können viele Verkehrsteilnehmer wenig anfangen. 1997 wurden durch die sogenannte Fahrrad-Novelle der Straßenverkehrsordnung die Regeln für Fahrradstraßen festgelegt:

    Foto: dpa
  • Als Fahrradstraßen werden Straßen bezeichnet, die vorrangig für den Radverkehr vorgesehen sind.  Sie sollen Vorteile gegenüber dem Kfz-Verkehr schaffen und so auch zu mehr Sicherheit für Radfahrer führen.

    Foto: Jan Hullmann
  • In Deutschland ist die Nutzung einer solchen Fahrradstraße dem Radverkehr vorbehalten. Radfahrer dürfen hier auch nebeneinander fahren.

    Foto: Michael Grottendieck
  • Soll die Straße auch durch andere Fahrzeuge befahren werden, muss dies durch Zusatzzeichen ausgeschildert sein. So kann zum Beispiel der Autoverkehr für Anlieger oder nur in eine Richtung erlaubt sein.

    Foto: Jan Hullmann
  • Radfahrer haben auf einer Fahrradstraße Vorrang vor Autos und anderen Fahrzeugen, welche diese Straße benutzen. Doch dies bedeutet nicht, dass Fahrradfahrer auch an Kreuzungen Vorfahrt haben, hier gilt – sofern nichts anderes ausgeschildert wurde – „rechts vor links“.

    Foto: Jan Hullmann
  • Andere Kraftfahrer müssen sich auf der Fahrradstraße dem Radverkehr anpassen, sodass ein Behinderung oder Gefährdung der Radfahrer vermieden wird. Das gilt insbesondere auch für Überholvorgänge. Dabei muss ein ausreichender Seitenabstand - laut Rechtsprechung mindestens  1,5 Meter - eingehalten werden.

    Foto: Tobias Denne (Archiv)
  • Auf einer Fahrradstraße muss die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen  immer angepasst sein. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Fahrradstraßen beträgt darüber hinaus immer 30 km/h. Darauf weist auch dieses Schild am Lindberghweg in Münster hin.

    Foto: Stadt Münster (Archiv)
  • Zu den zwölf bestehenden Fahrradstraßen in Münster sollen noch zehn weitere hinzukommen.

    Foto: Martin Kalitschke, Grafik: Jürgen Christ
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