Vorwurf gegen Party-Veranstalter
Einlass nur für Pass-Deutsche?

Münster -

Wurden Partygänger, die das „RnBeach“ besuchen wollten, wegen ihres ausländischen Passes nicht hereingelassen? Das wird einem Event-Veranstalter in Münster vorgeworfen. Der spricht von einer „haltlosen Unterstellung“.

Freitag, 07.06.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 21:35 Uhr
Auf dem Coconut Beach (hier bei der Taka-Tuka-Veranstaltung im vergangenen Jahr) findet die Partyreihe „RnBeach“ statt. Foto: Keno Fiedler

Zu viert reisten die Dortmunder Studenten am vergangenen Sonntag (2. Juni) nach Münster, um auf die Party „RnBeach“ am Coconut Beach zu gehen. Doch statt Tanz bei Sonnenschein im Sand erwartete die Mittzwanziger pure Ernüchterung.

Einen der jungen Männer sollen die Türsteher nicht auf den Beach gelassen haben, weil er keinen deutschen Pass vorzeigen konnte. So beschreibt Aaron Zikoll, was seinem italienischen Kumpel dort widerfahren sein soll. Veranstalter Philipp Mühlen von Vibetown Entertainment weist eine Selektion nach Nationalitäten auf Nachfrage unserer Zeitung als „haltlose Unterstellung“ zurück.

Kein Vorbeikommen am Türsteher

Für die Partygänger sah es aber genau danach aus. Zikoll beschreibt, wie zwei Frauen aus Brasilien mit dem Hinweis der Türsteher, sie passten nicht ins Konzept, ebenfalls nicht in die Location kamen. In dem Fall der vier Dortmunder, die ihre Tickets bereits im Vorverkauf erworben hatten, habe der Student mit italienischen Wurzeln einen Reisepass und einen europäischen Führerschein mit Lichtbild vorlegen können, wie er selbst in einer Nachricht an unsere Zeitung schreibt.

Der Türsteher, der sich auf das Konzept des Veranstalters berufen habe, habe ihm gesagt, dass er ohne deutschen Pass nicht reinkomme. Aus Solidarität zu ihrem italienischen Kommilitonen hätten die drei deutschen Studenten dann auch auf die Party verzichtet, obwohl weitere Bekannte schon auf dem Beach feierten, so Zikoll.

Herkunft kein Kriterium

Veranstalter Mühlen entgegnete den Vorwürfen, dass es derartige Anweisungen an die Türsteher nie gegeben habe. Wer die öffentlich einsehbaren Fotogalerien der Veranstaltung angeschaut habe, der könne sehen, dass unter den Gästen zahlreiche Menschen mit Migrationshintergrund waren. Fakt sei natürlich, so Mühlen, dass zu so einer Veranstaltung nicht immer alle hereingelassen werden, die Einlass begehren.

Die Türsteher achteten darauf, ob Leute aggressiv reagieren oder ob sie ins Konzept passen. Die Herkunft sei dabei kein Kriterium, betonte Mühlen ausdrücklich und erklärte: Wer nicht reinkommt, argumentiere dann oft aus Frust mit Rassismus.

Eintrittsgeld gibt's zurück

Die Partygänger, die schon ein Ticket erworben hatten, aber nicht hereingelassen wurden, bekämen das Eintrittsgeld erstattet. Einige Rücküberweisungen seien bereits getätigt worden, so Mühlen.

Die Dockland GmbH, Betreiber des Coconut Beach, stelle bei „RnBeach“ nur die Location zur Verfügung, die Verantwortung für das Event liege beim Veranstalter Vibetown Entertainment, hieß es auf Nachfrage.

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