Musikcampus-Standort in der Diskussion
„Wir haben nur einen Schuss frei“

Münster -

Coesfelder Kreuz oder Hörster Platz? Bei der Frage nach einem Musikcampus bringen sich Parteien und Interessengruppen erneut in Stellung. Gemunkelt wird bereits über die Kosten.

Donnerstag, 30.05.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 30.05.2019, 15:25 Uhr
Blick auf den Hörsterplatz: Die Initiative Kultur- und Bildungsforum Münster sieht ihn als idealen Standort für Konzertsaal, Musikschule und Volkshochschule. Es gibt auch schon einen Investor. Foto: ohw

Am 3. Juli soll im Rat offenbar werden, was von den seit Langem zwischen Stadt und Universität hin- und hergespielten Plänen eines Musikcampus am Coesfelder Kreuz spruchreif und realistisch ist. Gemunkelt wird bereits über Kosten zwischen 180 und 250 Millionen Euro. Parteien und Interessengruppen bringen sich erneut in Stellung, am Dienstagabend bewegte sich das Rad deutlich in Richtung Hörsterplatz.

„Wir haben nur einen Schuss frei!“, so ließ sich der grüne Bürgermeister Gerhard Joksch eindeutig vernehmen. Er bestätigte seine positive Einschätzung des Standorts am Hörsterplatz am Mittwoch auf Anfrage nochmals. Eine Stadt in der Größe Münsters könne sich bei der Planung eines Kultur- und Musikzentrums „nicht mehrere Leuchttürme“ leisten, erläuterte Joksch. Da die Stadt selbst, nach alter Kaufmannssitte, stets frage, wer die Chose bezahle, sei ein Investorenmodell ein gangbarer Weg.

Erstaunlich detailfreudige Projektstudien

Diesen Investor gibt es nun. Das bestätigte Hanno Höyng, der sich seit zehn Jahren für den Standort Hörsterplatz einsetzt. Dieser westfälische Unternehmer, den er mit zwei Vertrauensleuten bereits aufgesucht habe, weise gute Erfahrung mit solchen Großprojekten auf und würde diesen Bau für 30 Jahre an die Stadt Münster vermieten. Der Investor werde direkt an die Öffentlichkeit treten, sobald es einen klaren Beschluss für den Standort gebe.

Wie es künftig am Hörsterplatz aussehen könnte, das verdeutlichten beim Informationsabend der Initiative Kultur- und Bildungsforum Münster drei renommierte Architekten anhand erster Projektstudien, die schon erstaunlich detailfreudig sind. Jo Coenen aus Maastricht, der zur ersten Riege der Stadtplaner in den Niederlanden zählt, der münstersche Architekt Peter Wilson und der Berliner Jan Klei­hues präsentierten in Licht-Bildern, wie sie sich ein Kulturzentrum als Kombination aus Konzertsaal, Musikschule und Volkshochschule am Hörsterplatz vorstellen.

Während Coenen und Wilson mit ihren eher pyramidalen Bauten in die Höhe streben möchten (60 bzw. 40 Meter, Panorama-Terrasse inklusive), würde sich Kleihues mit trapezförmigen Außenformen auf etwa 18 Meter Höhe bewegen.

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