Aktionstag auf der Stubengasse
„Leezenliebe“ wirbt für die Radhauptstadt

Münster -

Egal, ob auf der Promenade unter schattigen Platanen um die Innenstadt, auf den Pättkes durch Wald und Feld in die Stadtteile oder schnurgerade in der Sonne entlang des Kanals: Wer Münster hautnah erleben will, steigt aufs Rad. Deshalb ist es eigentlich nicht notwendig, noch Werbung für das wohl umweltfreundlichste Nahverkehrsmittel in der Westfalenmetropole zu machen.

Samstag, 25.05.2019, 16:58 Uhr aktualisiert: 25.05.2019, 17:07 Uhr
Foto: Helmut Etzkorn

„Doch“, sagt Phillip Oeinck vom städtischen Organisationsteam des Aktionstages „Leezenliebe“ am Samstag in der Stubengasse. „Wir wollen das Fahrrad ganz bewusst in den Mittelpunkt der Stadtgesellschaft rücken und auch so etwas wie Imagepflege betreiben“, meint der Radverkehrsplaner. Und zwar so facettenreich, wie die Vielfalt der lokalen Drahteselkultur eben ist.

Beispiel „Radeln ohne Alter“: Mit Unterstützung des ADFC hat Thomas Laqua von Chance e.V. gleich ein Dutzend Rikschas auffahren lassen. Vorn am Lenker sitzen Langzeitarbeitslose, die Senioren vom Marienheim Hiltrup durch Münster chauffieren. „Das Engagement verbessert die Eingliederungschancen von Menschen in den regulären Arbeitsmarkt und gibt älteren Menschen die Möglichkeit, intensiver am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, so Laqua. Bewohner von 21 münsterschen Altenheimen freuen sich inzwischen über diese Tandemtouren. „Das kommt bei den Bewohnern prima an, sie warten schon immer auf den nächsten Ausflug“, so Alicja Skowasch vom Altenhilfe-Zentrum St. Clemens.

Aktionstag „Leezenliebe“ auf der Stubengasse

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Nicht ganz so beschaulich geht es ein paar Meter weiter zu. Die BMX-Profis der Freestyle-Family präsentieren im Sekundentakt auf der Showrampe gewagte Sprünge und spektakuläre Tricks ohne Bodenhaftung. Mit dabei auch Michael Meisel, im BMX-Sport aktuell deutscher Vizemeister mit Hoffnungen für die erste Olympiateilnahme im kommenden Jahr. In Münster will er mit seiner Show Punkte sammeln für die Qualifikation und dem Publikum „Action für das Auge“ bieten. Einige Athleten bremsen nach der Landung erst ganz knapp vor dem Stand der Verkehrswacht ab und landen im Absperrgitter direkt vor den Beratern für mehr Sicherheit auf der Leeze.

Sensibilisierung für Pedelec-Risiken

Dort verfolgt man das waghalsige Spektakel mit gemischten Gefühlen. „Wir sind eigentlich da, die Menschen zum vorsichtigen Fahren zu motivieren“, so Verkehrswacht-Geschäftsführer Christoph Becker. Im Fokus stehen allerdings ältere Radler, die auf Risiken bei der Fahrt mit den schnellen Pedelecs sensibilisiert werden. „Man muss erst einmal lernen, mit den flotten Elektro-Flitzern langsam zu fahren. Bei Tempo 15 ist der Anhalteweg sieben Meter lang und dann reichen zwei Sekunden Unaufmerksamkeit, um in eine plötzlich sich öffnende Autotür am Straßenrand zu rasen“, so Becker. Gleich nebenan bietet die Polizei jedem Interessenten die Möglichkeit, ganz nüchtern und trotzdem angesäuselt zu fahren. Mit der Rauschbrille vor Augen fährt es sich auf dem Rad wie unter Alkoholeinfluss, ganz nebenbei werden auch die oft lebensrettenden Vorteile eines Fahrradhelms aufgezeigt. „Wir nutzen hier die Möglichkeit, mit den Radlern ins Gespräch zu kommen“, so Verkehrsberaterin Martina Habeck von der Polizei-Unfallprävention.

„Ich wusste gar nicht, dass es so viele Fahrradarten gibt, und so ein Doppelsitzer wäre schon was“, meint Evelyn Kühlke aus Senden. Mit ihrem Mann Arthur macht sie sich bei den Händlern schlau und interessiert sich auch für witterungsgeschützte Fahrradgaragen, bei der eine Plexiglasrundhaube den Radständer beschirmt.

„Wir wollen mit der ‚Leezenliebe‘ Händler, Interessenverbände, Ordnungsbehörden und Bürger zusammenbringen und deshalb ist so ein Tag auch eine Werbung für den Radverkehr“, so das Fazit von Oeinck. „Sollte wiederholt werden“, meint Franz Maas, der in Münster „ohne Auto mehr natürliche Lebensfreude hat“, wie er sagt.

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