„Body and Brain“-Institut
70 Millionen Euro teures Forschungszen­trum kommt

Münster -

70-Millionen-Euro-Projekt zur Analyse von Spuren psychischer Erkrankungen im Gehirn: Ein neues Forschungszen­trum „Body and Brain“ – Körper und Gehirn – wird am Rishon-Le-Zion-Ring nahe dem Coesfelder Kreuz seinen Platz finden. Und das schon sehr bald.

Freitag, 24.05.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 19:47 Uhr
Zusammen mit dem sich anschließenden „MedForCe“ soll das „Body & Brain Institute“ einen Gebäuderiegel bilden, der parallel zum Rishon-Le-Zion-Ring verläuft. Foto: Nickl und Partner Architekten

Den Namen des jüngsten Erfolges der Forscher am Universitätsklinikum könnte auch ein Wellness-Ressort tragen: Das 70 Millionen teure, mit Fördermitteln von Bund und Land finanzierte Forschungszen­trum mit dem Namen „Body and Brain“ – Körper und Gehirn – wird am Rishon-Le-Zion-Ring nahe dem Coesfelder Kreuz seinen Platz finden. Und das sehr bald. Nachdem der Wissenschaftsrat die Förderfähigkeit positiv bewertet hat, steht der Realisierung des Projekts, in dem Mediziner neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen mit neuen Mitteln auf die Spur kommen wollen, nichts mehr im Wege.

Zusammenhang von Körper und Gehirn erforschen

Dass psychiatrische Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen auch physiologisch nachweisbar sind und körperliche Symptome haben, ist bekannt und wird, auch in Münster, schon lange intensiv erforscht. Auf diesen Erfahrungen baut die Arbeit in dem Institut, das bereits 2021 fertig sein soll, auf, wie Psychiater Prof. Udo Dannlowski, einer der zehn Antragsteller, skizziert. Mittels der ebenfalls durch die Förderung gedeckten Finanzierung von speziellen MRT-Geräten setzt Dannlowski darauf, Spuren psychischer Erkrankungen im Gehirn wirksamer zu analysieren und Therapien zu verbessern.

Parkinson, Alzheimer und Multiple Sklerose

Für die Neurologen um Prof. Heinz Wiendl soll das „Body and Brain“-Institut, kurz BBIM, neue Möglichkeiten für die Erforschung und Behandlung von Multipler Sklerose eröffnen, einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems. „Untersuchungsdaten von Patienten können durch die neuen Geräte und die Bündelung der Forscher verschiedener Disziplinen viel genauer analysiert werden“, skizziert Heinz Wiendl. Auch Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer könnten in dem Institut neu erforscht werden.

Nach dem im vergangenen Jahr eröffneten Center for Soft Nano Science und dem demnächst fertigen Multiscale Imaging Center, beide in Nachbarschaft zum Max-Planck-Institut, ist das BBIM das dritte von Bund und Ländern finanzierte Großprojekt, mit dem der Schwerpunkt biomedizinische Forschung am Hochschulstandort Münster ausgebaut wird.

Glücklicher Umstand

Das Gebäude des Instituts, das 200 Arbeitsplätze bieten werde, soll, so Wiendl, „im Windschatten“ des Medizinischen Forschungszen­trums (MedForce) entstehen, dessen Bau gerade auf dem Grundstück am Rishon-Le-Zion-Ring vorbereitet wird.

Der Antrag für den Forschungsbau wurde gestellt, bevor im vergangenen September die Entscheidung für die Cluster-Förderung fiel. Ein glücklicher Umstand, wie Udo Dannlowski sagt. Bekanntlich erhält der Cluster „Cells in Motion“, dessen Arbeit das BBIM bestens ergänzt, demnächst keine Exzellenzförderung mehr. Das BBIM gewährleistet es aber, die im Cluster begonnene Arbeit fortzusetzen, wie Dannlowski betont.

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