Stadtforum
Leben soll ins Wissensquartier

Münster -

Wissenschaft spielt für die Stadtentwicklung Münster eine tragende Rolle. Aber kommt urbanes Leben in die Quartiere mit Hochschulbauten? Fachleute und Gäste ließen bei einem Stadtforum die Gedanken spielen.

Mittwoch, 22.05.2019, 21:00 Uhr
Stadtforum „Urbane Wissensquartiere“ im Max-Planck-Institut: Hausherr Prof. Dr. Hans Schöler, Oberbürgermeister Markus Lewe und Planungsdezernent Robin Denstorff (stehend v.l.) Foto: Karin Völker

Auf den roten Plakaten prangt mit großen Lettern die Aufschrift: „Alle reden vom Wetter – wir nicht“. Mit anderen Worten: Münster will seine Zukunft nicht dem Zufall überlassen – und darum wird seit zwei Jahren an „Münsters Zukünften 20-30-50“, so der Arbeitstitel der Ideenwerkstatt gewerkelt. Jetzt geht der Diskussionsprozess mit Stadtforen weiter. Die Frage am Dienstagabend im Max-Planck-Institut lautete: Wie lassen sich in der Hochschulstadt Münster die Hochschulquartiere mit Leben füllen?

„Wissen.Leben“ diese beiden Worte bilden den Claim der Universität – und die Bestandsaufnahme der vierstündigen Veranstaltung zeigte, dass zwischen den beiden Begriffen mehr als nur ein Punkt steht. Wie kommt urbanes Leben in die Wissensquartiere?

Drei Experten berichten

Dazu hatte die Stadt drei Experten eingeladen, die von ihren Erfahrungen aus anderen Städten berichteten. Der ehemalige langjährige Rektor der RWTH Aachen, Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg, berichtete unter anderem von Anstrengungen, Landesliegenschaften des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW per Erbpacht an Investoren zu vermitteln. So soll auch Gewerbe, Gastronomie und Wohnen in Aachener Wissenschaftsquartieren entstehen.

Die Stadt Heidelberg hat die Stadtentwicklung für ein urbanes Wissensquartier in die Hände von Fachleuten der Internationalen Bau-Ausstellung (IBA) gelegt. Stadtplaner Prof. Michael Braum skizzierte, wie die Planer daran arbeiten, das Flair der den Heidelbergern geliebten Altstadt in ein Viertel mit modernen Hochschuleinrichtungen zu bringen.

Bus-Shuttle auf dem Campus

Sehr praktische Erfahrungen über die Entwicklung des Campus „Hönggesberg“ in Zürich vermittelte David Müller von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH). Gezielte Organisation vieler Publikumsveranstaltungen, Ansiedlung von Gastronomie und Kultureinrichtungen, Öffnung der Wissenschaftseinrichtungen für die Öffentlichkeit und ein Bus-Shuttle auf den Campus.

Beim urbanen Wissensquartier in Münster denkt Oberbürgermeister Markus Lewe an die „Banane“, die Fläche, die sich vom Westen der Stadt bis zum Domplatz erstreckt und die genau betrachtet ein riesiges Tortenstück des Stadtgebiets im Westen ausmacht. Wenn man dort am Abend durchfährt, wähne man sich „in einer Schlafstadt“, lautete die Beschreibung eines Forumsteilnehmers, der niemand widersprechen mochte.

Schicksalsthema für Münster

Eingeladen zur Debatte waren Vertreter der Hochschulen und der wissenschaftlichen sowie wissenschaftsnahen Einrichtungen und Unternehmen die Vordenker der Aktion „Gutes Morgen Münster“, „Akteure der Stadtgesellschaft“ mit Studenten und Senioren sowie Vertreter der Stadt.

„Die Entwicklung von Wissenschaft und Forschung“ ist für Planungsdezernent Robin Denstorff ein „Schicksalsthema für Münster“. Um hier attraktiv zu bleiben und noch attraktiver zu werden, müsse kreativ und unkonventionell gedacht werden. Jenseits von engen Vorschriften und Flächennutzungsplänen.“

Beim nächsten Stadtforum geht es am 13. Juni um die Entwicklung der Innenstadt.

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