Verletzter Balljunge
Fanhilfe kontert Polizei-Statement

Münster -

Neues im Streit um den verletzten Baljungen: Die Fanhilfe Münster kontert in einer Stellungnahme das Statement der Polizei und wirft den Beamten vor, wesentliche Kritikpunkte gar nicht verstanden zu haben. 

Mittwoch, 22.05.2019, 17:59 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 18:31 Uhr
Nach der Drittligapartie des SC Preußen Münster und dem Karlsruher SC stürmten die Fans aus Baden nach dem Sieg, der den Aufstieg in die 2. Fußballbundesliga bedeutete, den Rasen im Stadion an der Hammer Straße. Foto: Peperhowe

Die Fanhilfe Münster hat auf die Stellungnahme der Polizei im Fall des verletzten Balljungen reagiert. In einer Pressemitteilung heißt es, dass die Polizei die Notwendigkeit einer öffentlichen Kommunikation offenbar erkannt habe. „Wir begrüßen dies und den Willen zur Aufklärung, auch wenn diese erst nach zahlreichen kritischen Stimmen gegenüber der Polizei erkannt worden sei.“

Doch dabei belässt es die Fanhilfe nicht, sie legt vielmehr nach. Demnach seien offenbar wesentliche Kritikpunkte von der Polizei gar nicht verstanden worden. Zwar sei die Ermittlungsarbeit zweifelsfrei Aufgabe der Polizei, warum aber etwa der geschädigte Balljunge ohne Kenntnis und Anwesenheit der Eltern vernommen wurde, erschließe sich der Fanhilfe nicht.

Weitere Kritikpunkte

Zu kritisieren sei zudem, dass die Sicherung der Beweisvideos spätabends am Tag der Tat zuhause bei der Familie des Opfers geschah, obwohl die Videos schon zu diesem Zeitpunkt im Internet frei verfügbar waren und ein Besuch zu menschenfreundlichen Zeiten genauso möglich und nicht weniger effektiv gewesen wäre, heißt es in der Stellungnahme der Fanhilfe Münster.

Allein der dadurch aufgebaute Druck auf die Familie habe bei ihr ein Gefühl des Bedrängtwerdens ausgelöst, der durch mehrmalige Anrufe der Polizei samt eines vorgeschlagenen Gesprächstermins in den folgenden Tagen nur verstärkt worden sei, weswegen die Familie das Gesprächsangebot nach Rücksprache mit der Fanhilfe-Anwältin Lisa Grüter ausgeschlagen habe, heißt es weiter.

Beigeschmack

Dass die Polizei dies nicht so sehen möge und die Familie „bislang als offen und kooperativ“ bezeichnet, erzeuge einen Beigeschmack, der die Familie, und nicht den tätlich gewordenen Polizeibeamten in den Fokus stellen solle, obwohl der Polizeibeamte der Täter sei.

SC Preußen Münster – Karlsruher SC

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  • Nachdem der Aufstieg ihrer Mannschaft feststeht, stürmen KSC-Fans das Spielfeld im Preußenstadion.

    Nachdem der Aufstieg ihrer Mannschaft feststeht, stürmen KSC-Fans das Spielfeld im Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Karlsruher Anhang feiert, bis es qualmt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Verletzungspause nach einem Zusammenprall.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ratlose Gesichter bei Kevin Rodrigues Pires, Niklas Heidemann, René Klingenburg und Moritz Heinrich.

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  • Ole Kittner beim Gedankenaustausch mit Schiedsrichter Lasse Koslowski.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Trainer Marco Antwerpen ist nicht zufrieden mit dem Schiedsrichtergespann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun und Kevin Rodrigues Pires müssen nach dem 0:2 den Torjubel der Karlsruher ertragen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg im Duell mit Alexander Groß.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Unverständnis für eine Entscheidung des Unparteiischen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Führungstreffer der Gäste ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... durch Marvin Pourié.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Karlsruher Aufstiegsjubel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Marco Antwerpen gratuliert KSC-Trainer Alois Schwartz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov beim Kopfballduell mit zwei KSC-Spielern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Freude bei den Karlsruhern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das Oldie-Team des SC Preußen mit Trainer Helmut Horsch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Vor dem Anpfiff: Ehrung aller Spieler, die den Verein verlassen werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • KSC-Aufstiegsfreude.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Polizeikräfte versuchen, für Ordnung zu sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Karlsruher Fans, zunächst auf dem Zaun, ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... dann kurz vor dem Platzsturm.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der scheidende SCP-Trainer Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • KSC-Fans duellieren sich mit Polizisten.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Fanhilfe-Anwältin Grüter: „Solange sich der Verdacht nicht ausräumen lässt, dass dieser Austausch hier ausschließlich aus zweckdienlichen Motiven und wegen der eindeutigen Beweislage und der Angst vor schlechter Presse gesucht wird, habe ich vollstes Verständnis, dass der Betroffene sich dafür nicht hergeben möchte.“

Zum Hintergrund: Im Anschluss an die Drittligabegegnung zwischen Preußen Münster und dem Karlsruher SC wurde der Innenraum von KSC-Fans gestürmt. Ein 15-jähriger Balljunge ist auf dem Spielfeld von einem Polizisten leicht verletzt und nach ambulanter Behandlung im Krankenhaus entlassen worden.

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