Linke beklagt schleppenden Wohnungsbau
„Ernsthaft über einen neuen Stadtteil nachdenken“

Münster -

In Münster wurden 2018 deutlich mehr Baugenehmigungen beantragt, als Wohnungen fertiggestellt – das beklagt Linke Fraktionschef Rüdiger Sagel. Und rechnet noch mit dem Oberbürgermeister ab.

Dienstag, 21.05.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 21.05.2019, 21:31 Uhr
Linke-Fraktionschef Rüdiger Sagel  Foto: Matthias Ahlke

Wer in Münster eine Baugenehmigung für Wohnungen erhält, soll spätestens drei Monate danach mit dem Bau beginnen. Diese Forderung erhebt Linke-Ratsherr Rüdiger Sagel unter Verweis auf die „katastrophale Wohnungssituation“ und entsprechende Zahlen der Stadt. So seien 2018 nur 1140 frei finanzierte Wohnungen fertiggestellt worden, dabei seien aber 2282 Baugenehmigungen beantragt worden. „Viele Leute haben sich Baugenehmigungen besorgt und bauen gar nicht.“ Sagel unterstellt Spekulation als Motiv, wie er am Montag in einer Pressekonferenz erklärt. Zugleich erneuert der Linke-Politiker seine Forderung, „ernsthaft über einen neuen Stadtteil nachzudenken“. Mit der Nachverdichtung gelange man in Münster nicht ans Ziel, schaffe aber viel Ärger, wie in der Aaseestadt und an der Vogelstange in Hiltrup zu sehen sei. Ein neuer Stadtteil als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme hat laut Sagel den Vorteil, dass die Baulandpreise eingefroren würden. Auch beim Bau von Sozialwohnungen sieht der Fraktionschef dringenden Handlungsbedarf.

Mit Blick auf die Situation im Hafenviertel wirft der Ratsherr dem schwarz-grünen Ratsbündnis, das jüngst für weniger Autoverkehr dort plädiert hatte, „pure Symbolpolitik“ vor. „Die gesamte Planung läuft dem zuwider, was verkehrspolitische Realität ist.“ Die Absage des Oberbürgermeisters an einen Polizei-Neubau im Hafenviertel ärgert Sagel: „Demokratie geht anders.“ Eine sachliche Prüfung sei nötig.

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