Per Nachrichtendienst Twitter
OB Lewe schließt Polizei-Neubau am Hafen aus

Münster -

Die Absage kam per Twitter und war deutlich: Oberbürgermeister Lewe ist gegen ein neues Polizeipräsidium im Hafenviertel. Dabei plant die Stadt dort auch ein Verwaltungsgebäude.

Dienstag, 14.05.2019, 07:00 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe Foto: Oliver Werner

So werden Münsters Polizei und die Stadtverwaltung keine Nachbarn, obwohl es beide Institutionen mit mehrgeschossigen Bauvorhaben in den Hafen zieht. Oberbürgermeister Markus Lewe lehnt den Neubau eines Polizeipräsidiums an Münsters Wasserkante ab. Er macht über den Nachrichtendienst Twitter überraschend deutlich klar, dass der Hafen für Vielfalt und kreative Nutzung stehe. „Er steht für ein Polizeipräsidium nicht zur Verfügung. Wir helfen der Polizei gerne, eine andere geeignete Lösung zu finden“, zitiert auch die Stadt die Worte des OB.

Hintergrund sind die Diskussionsrunden mit Anliegern und Investoren über die Zukunft des Hafens („Hafenratschlag“), bei der die Stadt Transparenz verspricht und von einem neue Polizeipräsidiums keine Rede war.

"Nahezu grotesk"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Kreisgruppe Münster, fordert Stadtverwaltung und Politik auf, die Polizei bei der Umsetzung des Projektes aktiv zu unterstützen. Der Standort am Hafen biete viele Möglichkeiten und Chancen für die Polizei und die Bürger. Eine ausgewogene Mischung aus Kreativität und Verwaltung garantiere hier langfristig einen offenen, sicheren und lebenswerten Stadtteil, so GdP-Geschäftsführer Arnd Breitkopf. „Im Lichte des Neubaus der Stadtverwaltung im Hafenquartier ist die von OB Lewe erteilte Absage an einen Neubau eines Präsidiums in diesem Viertel nahezu grotesk“, sagt er.

In der Tat soll die Politik in diesen Tagen den Bau eines Verwaltungshauses neben dem Stadthaus 3 [MZ+] am Albersloher Weg/Ecke Kiesekamps Mühle beschließen. Die Fläche war indes immer als Bürofläche vorgesehen.

Wunschgrundstück direkt am Wasser

Nur einen Steinwurf davon entfernt liegt auf der anderen Straßenseite das Wunschgrundstück von Münsters Polizei – direkt am Wasser. Das neue Präsidium soll südlich der Diskothek „Jovel“ am Albersloher Weg – dort wo im Herbst das Oktoberfestzelt steht und früher das Betonwerk Casper Hessel war – gebaut werden.

Auf die Frage eines Twitter-Nutzers, ob nicht auch die Polizei vielfältig sei, antwortet Lewe: „Natürlich ist sie das und sie leistet hervorragende Arbeit. Aber der angesprochene Raum ist für andere Zwecke vorgesehen. Bin sicher, dass wir auch einen anderen guten Standort finden können.“

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