Umgestaltung der Windthorststraße
Ärger über neue Anlehnbügel

Münster -

Die Fahrradflut auf der Windthorststraße ist seit Jahren ein ungelöstes Problem. Jetzt werden neue Anlehnbügel aufgestellt. Auch das sorgt für Kritik.

Freitag, 26.04.2019, 07:00 Uhr
Sie halten die Platzierung der neuen Anlehnbügel auf der Windthorststraße für nicht gelungen (v.l.): Tobias König, Georg König, Ralf König und Malik Farooq. 52 Bügel werden auf dem Abschnitt zwischen Von-Vincke-Straße und Hauptbahnhof fest installiert. Dazu kommen sieben Bänke und zwei Sitzpodeste. Foto: Matthias Ahlke

Die Umgestaltung der Windthorststraße auf dem letzten Stück zum Hauptbahnhof ist noch nicht beendet, da werden bereits kritische Stimmen laut. Während die ersten der später gut 50 Anlehnbügel für Fahrräder betoniert sind, wundern sich Passanten darüber, dass die Metallrahmen so weit in den Straßenraum ragen oder gar vor Laternen platziert sind. Dort sind sie nur von einer Seite benutzbar. Und Geschäftsleute wie Malik Farooq klagen über die aktuellen Veränderungen: „Das ist in jedem Fall schlechter als vorher. Es wird noch enger.“

Früher hatte Farooq keine Fahrradständer vor der Tür. Jetzt lassen die neuen Anlehnbügel vor seinem Schaufenster kaum mehr Raum für seine Kleiderständer, mit denen er vor dem Geschäft Kunden zum Stöbern anlocken will. Und er steht mit seinen Klagen nicht allein da.

Jahrelanger Planungsprozess

Hotelbetreiber Georg König hat Verständnis für die Kaufleute, vor deren Geschäften neben den Anlehnbügeln für Räder künftig auch noch Bänke platziert werden. „Die Kunden kommen dann gar nicht mehr rüber.“ Zuvor hatte die Stadt im Zuge der Neugestaltung schon die Laternen von der anderen Seite der Windthorststraße zwischen die Baumreihen gesetzt.

In der Bezirksvertretung Mitte war das jetzt in der Umsetzung befindliche Konzept für die Windthorststraße nach jahrelangem Planungsprozess vor einigen Monaten beschlossen worden. Von diesem hält Hotelbetreiber König jedenfalls nicht viel. „Wir sind nie gefragt worden.“ Es reiche nicht aus, immer nur auf Gespräche mit der Immobilien- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel zu verweisen, meint der Geschäftsmann.

Anlehnbügel in gefährlicher Position

Insbesondere die weiter in den Straßenraum gesetzten Anlehnbügel sieht König als gefährlich an – und zwar nicht nur beim Abbiegen von der Von-Vincke-Straße. Die Windthorststraße werde durch die Radständer viel zu schmal, wenn sich Anlieferverkehr, Müllwagen, Fußgänger und Radfahrer dort begegnen würden. „Die Ständer in der Straße gehen gar nicht.“

Das will das städtische Amt für Mobilität und Tiefbau so nicht gelten lassen. Bauleiter Jörn Ludwig verweist darauf, dass auch bei abgestellten Fahrrädern mindestens noch 4,20 Fahrbahnbreite vom Bügel bis zur Regenrinne auf der gegenüberliegenden Straßenseite verblieben. Allerdings räumt er ein, dass es im oberen Teil der Straße zuvor keine Radständer gegeben habe.  

Kommentar

Wer sich am Vormittag nur fünf Minuten Zeit nimmt und das Geschehen auf der Windthorststraße beobachtet, mag erahnen, welch brenzlige Situationen entstehen, wenn die neu installierten Fahrradabstellbügel erst genutzt werden. Diese am Rande der Regenrinne im Straßenraum zu platzieren, ist bestenfalls noch mutig zu nennen, sie vor eine Laterne zu setzen jedoch dämlich.

Fast 142.000 Euro kostet diese Umgestaltung der Windthorststraße samt Straßenreinigung und Aufhübschung mit Bänken, an denen wohl alsbald neue Fahrräder angekettet werden. Verglichen mit anderen Maßnahmen, ist das vielleicht nicht viel Geld. Doch die Ausgabe macht nicht wirklich Sinn, weil sie kaum etwas bringt.

Genauso wenig wie die noch geplante rote Pflasterspur kurz vor dem Hauptbahnhof, die die Radler künftig zwischen die Busriesen lenken soll. Das Ganze wird auch mit dem Verweis auf angeblich bessere Zeiten nach der Fertigstellung der zweiten Radstation an der Ostseite des Hauptbahnhofs nicht viel besser. Es bleibt verzweifeltes Flickwerk. Dirk Anger

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