„Poetry 2019“ bereitet auf Internationales Lyrikertreffen vor
Dichtkunst erobert die Stadt

Münster -

Raus aus dem Elfenbeinturm, rein in den Bunker, auf und unter die Straße: Mit Poetry“ sucht die Dichtkunst im Vorfeld des Internationalen Lyrikertreffens ungewöhnliche Orte auf.

Mittwoch, 24.04.2019, 23:01 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 02:00 Uhr
Klangwelten zu Paul Celans „Todesfuge“ werden im Lazarettbunker zu hören sein. Foto: Gerhard H. Kock

„Wir wollen die Lyrik aus dem Elfenbeinturm holen!“ Das Versprechen kann Frauke Schnell halten. Denn das sechste „Poetry“ geht vom 2. bis 26. Mai als Wegbereiter des Internationalen Lyrikertreffens ran an die Leute, rein in die Räume; kurz: Dichtung sucht den Alltag auf. Unter den 13 Veranstaltungen stechen drei allein durch ihre Orte heraus: Lazarettbunker, Salzstraße und H1-Tunnel.

Der Hochbunker an der Lazarettstraße war 1997 bei den Skulptur-Projekten Ort für Kultur. Jetzt wird die Gruppe „This Honourable Fish“ (Anja Kreysing und Helmut Buntjer) mittels Klangwelten zur „Todesfuge“ von Paul Celan die berühmten Bilder wie „Schwarze Milch der Frühe“, das „Grab in den Lüften“ oder „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ spürbar machen.

Das „Stadtensemble Münster“ wird in Erscheinung treten. Durch das Projekt „24 Stunden Münster“ von Carola von Seckendorff und Cornelia Kupferschmid entstanden, werden diesmal Dutzende Sprecher und Darsteller Münsters in die Salzstraße ausschwärmen und wildfremden Menschen Gedichte von Dichtern vortragen, die am Lyrikertreffen teilnehmen.

Und nicht zuletzt wird die Unterführung am H1 wieder zum Kino: Die Filmwerkstatt inszeniert mit den Designern der Fachhochschule Lyrik durch räumlich bewegte Bilder in installativen Animationen.

Paul Celan ist ein roter Faden in vielen Veranstaltungen in Münsters lyrischem Mai (im Vorgriff auf das Gedenkjahr 2020: 100. Geburtstag und 50. Todestag des einflussreichen Dichters). Im Schlosstheater werden zwei Filme gezeigt: „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“ über Czernowitz in der Ukraine, wo Celan aufwuchs, und „Die Geträumten“ über die berauschende und traurige Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan.

Im Haus der Niederlande steht in der Ausstellung „Das Gedicht & sein Double“ die zeitgenössische Dichterszene im Mittelpunkt. Jedem Foto des Dichter-Fotografen Dirk Skiba haben die Porträtierten ein lyrisches Selbstpor-trät zur Seite gestellt. Unter den Ausgestellten sind auch viele Gäste des diesjährigen Lyrikertreffens.

Theresa Hahl ist zwei Mal Gastgeberin der „Öffentlichen Vergnügungsanstalt: Lyrik“. Die beiden Dichterlesungen im Cuba und im SpecOps werden von An-dreas Weber moderiert.

Der Literaturverein Münster präsentiert ein Konzert der Poetry-Band von Ulrike Almut Sandig und Grigory Semenchuk, die musikalisch an der Schnittstelle zu Hip-Hop, Elektropunk und Popmusik angesiedelt ist. Der Literaturverein stellt zudem in der Lesung „Die Morgendämmerung der Worte“ die Literatur der Sinti und Roma vor.

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Das umfangreiche Programmheft liegt in der Münster-Information, Stadthaus 1, Syndikatplatz, aus.    | www.muenster.de/stadt/  kulturamt

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