Unterlagen und Datenträger sichergestellt
Zwei weitere Männer wegen Missbrauchsvorwürfen in Haft

Münster -

Die Ermittlungen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern weiten sich aus: Nachdem Mitte März ein 38-jähriger Münsteraner festgenommen worden war, sitzen seit Freitag zwei weitere Männer wegen Missbrauchsvorwürfen in Untersuchungshaft. Die Zahl der Opfer ist von zwei auf inzwischen sechs gestiegen.

Montag, 15.04.2019, 14:02 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 16:25 Uhr
Foto: dpa (Symbolfoto)

Nach der Festnahme eines 38-jährigen Münsteraners wegen Missbrauchsvorwürfen vor einem Monat sitzen nun zwei weitere Tatverdächtige in Untersuchungshaft. „Die bisherigen Ermittlungen, Vernehmungen und Auswertung von Datenträgern führten zu vier weiteren Opfern, die vom 38-jährigen Münsteraner missbraucht wurden“, berichtete Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape am Montag. 

Der 38-Jährige habe die Taten inzwischen eingeräumt. Um wie viele es genau gehe, konnte Lechtape nicht sagen. Die Gesamtzahl liege schätzungsweise zwischen zehn und maximal 20, die sich zwischen 2012 und 2018 ereignet haben sollen. Es gehe nicht um massenhaften sexuellen Missbrauch, sondern um Einzelfälle, betonte der Oberstaatsanwalt. Zur Tatzeit seien die Kinder zwölf und 13 Jahre alt gewesen. Hinweise auf weitere Opfer lägen den Ermittlern zurzeit nicht vor.

Hinweise auf zwei weitere Männer

Die Ermittlungen gegen den 38-Jährigen dauerten aber ebenso an wie gegen die zwei weiteren Tatverdächtigen, einen 50-jährigen Münsteraner und einen 52-jährigen Mann aus dem Kreis Warendorf. Auf deren Spur waren Polizei und Staatsanwaltschaft im Rahmen der Ermittlungen gegen den 38-Jährigen gestoßen. Sie stehen im Verdacht, ebenfalls Kinder in jeweils mindestens einem Fall missbraucht zu haben. „Es sind die gleichen Opfer, die auch der 38-Jährige missbraucht haben soll“, berichtete Lechtape.

Wohnungen durchsucht

Am letzten Donnerstag durchsuchten Kriminalbeamte die Wohnungen der beiden Tatverdächtigen und sicherten dabei Unterlagen und Datenträger. „Aufgrund der Ermittlungen ergibt sich der dringende Tatverdacht des sexuellen Missbrauchs“, erläuterte der Oberstaatsanwalt weiter. „Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ am vergangenen Freitag ein Richter am Amtsgericht Münster gegen beide Beschuldigte einen Haftbefehl wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.“

Keine Hinweise auf ein Netzwerk

Die drei Tatverdächtigen kennen sich nach Auskunft des Oberstaatsanwaltes zwar über das Internet. Hinweise auf ein Netzwerk oder womöglich noch weitere Tatverdächtige lägen den Ermittlern aber zurzeit nicht vor. Auch einen möglichen Zusammenhang zwischen der früheren Trainer-Tätigkeit des 38-Jährigen in einem münsterischen Sportverein  und den Taten beziehungsweise Opfern konnte er nicht bestätigen. Es sei möglich, dass sie sich über den Sport kennengelernt hätten, so Lechtape. Aber hier seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. 

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