Nach Vorgängen in der Stadtbücherei
Strafbefehl gegen AfD-Mann Martin Schiller

Münster -

Knapp ein Jahr liegen die Vorgänge rund um eine AfD-Veranstaltung in der münsterischen Stadtbücherei zurück. Jetzt hat der örtliche AfD-Chef Post vom Amtsgericht bekommen.

Sonntag, 07.04.2019, 19:04 Uhr aktualisiert: 07.04.2019, 19:14 Uhr
Das Amtsgericht hat einen Strafbefehl gegen den AfD-Kreissprecher Martin Schiller erlassen.  Foto: Matthias Ahlke

Während in Münster eine Debatte darüber entbrannt ist, ob Politiker im Vorfeld der Europawahl an Diskussionsrunden mit dem AfD-Kandidaten Martin Schiller teilnehmen sollen, hat der Kreissprecher der rechtspopulistischen Partei ein weiteres Problem: Das Amtsgericht Münster hat gegen Schiller einen Strafbefehl wegen Körperverletzung erlassen. „Es ist richtig, ich habe eine solche Benachrichtigung bekommen“, bestätigte er auf Nachfrage unserer Zeitung diesen Sachverhalt. Zugleich kündigte der Politiker an, gegen den Strafbefehl Einspruch einzulegen. „Wir werden das nicht akzeptieren.“ In diesem Fall würde es zu einer öffentlichen Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht kommen.

Protest gegen AfD-Veranstaltung in der Stadtbücherei

Hintergrund für den Strafbefehl sind Vorgänge rund um eine AfD-Veranstaltung in der Stadtbücherei im April 2018: Schiller soll dabei zusammen mit zwei weiteren Helfern vor einer Lesung einen Mann, der die Toilette im Untergeschoss benutzen wollte, „abgefangen, festgehalten, die Treppe hinaufgeschleift und schließlich vor der Eingangstür auf den Boden geworfen haben“, wie es in der damaligen Anzeige hieß. Der Mann soll dadurch Verletzungen erlitten haben. Schiller hatte unter Verweis auf ein angebliches Hausrecht erklärt, er habe den Mann nach Rücksprache mit der Polizei herausgetragen.

 

Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster

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  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster

    Großer Protest gegen eine AfD-Veranstaltung in der Stadtbücherei am Mittwochabend.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Um 19 Uhr haben sich über 500 Demonstranten versammelt. Viele haben Schilder gebastelt, oder gleich Transparente und Fahnen dabei.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Bevor das Programm der Kundgebung startet, gilt es für die Polizei erstmal, die Menschen in den dafür vorgesehenen Bereich zu bringen. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Für diejenigen, die ab 19.30 Uhr in die Bücherei wollen, vornehmlich ältere Herrschaften, ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... wird der Gang dagegen zum Spießrutenlauf.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Gegen die Lesung hatte das „Keinen Meter den Nazis“-Bündnis zum Protest aufgerufen. 

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  • Foto: Matthias Ahlke

 

Die Vorfälle in der Stadtbücherei zeigen aber auch, wie gefährlich die AfD ist.

Carsten Peters, Pressesprecher des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“

„Mit der Erlassung des Strafbefehls gegen Martin Schiller tritt die juristische Aufarbeitung in die nächste Phase ein, was wir begrüßen“, erklärte Carsten Peters, Pressesprecher des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“. Dieses fordert Veranstalter erneut dazu auf, Einladungen an die AfD zu überdenken. „Die Vorfälle in der Stadtbücherei zeigen aber auch, wie gefährlich die AfD ist.“ Es sei falsch, die Partei zu Podiumsdiskussionen einzuladen. Auch die Linke und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordern, der Partei kein Podium mehr zu bieten.

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