Schlossplatz-Initiative präsentiert Entwürfe
Neue Ideen für eine Schlossplatz-Bebauung

Münster -

Soll der Schlossplatz bebaut werden? Und wenn ja, wie? Die Schlossplatz-Initiative hatte am Dienstagabend drei Referenten geladen, um dieser Frage nachzugehen.

Mittwoch, 20.03.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 20:46 Uhr
Die Schlossplatz-Initiative ließ sich am Dienstagabend von Heribert Meffert (4.v.l.), Christian Lehmhaus (4.v.r.) und Andreas Denk (3.v.r.) inspirieren. Foto: kb

Für Prof. Heribert Meffert, langjähriger Leiter des Marketing-Instituts an der Universität Münster, ist der „Schlossplatz eine völlig unter Wert genutzte“ Immobilie – auch ökonomisch betrachtet. Bei einem Treffen der Initiative „Schloss-Platz-Kultur 2020“ erinnerte der Wissenschaftler an die Initiative des früheren NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, die Fläche zu bebauen. Bekanntlich gehört der Schlossplatz dem Land. „Was hätte man daraus machen können“, so der Stoßseufzer des emeritierten Professors.

Zur Erinnerung: Die „Rüttgers-Offerte“ sollte vor gut zehn Jahren dem Ziel dienen, den Schlossplatz unter anderem mit einer Musikhalle zu bebauen. Dieses Anliegen wurde 2008 per Bürgerentscheid gestoppt. 71 Prozent der Münsteraner stimmten dagegen.

Gleichwohl ließen die rund 50 Gäste der Schlossplatz-Initiative am Dienstagabend ihrer Fantasie freien Lauf. Dafür sorgte der Architektur-Professor Andreas Denk aus Köln, der sein Verhältnis zu Münster so beschrieb: „Ich bin ein wissender Tourist.“ Denk stellte die Entwurfe von Studierenden vor, die er auf dieses Thema angesetzt hatte.

Der Grad der Bebauung war bei den verschiedenen Zeichnungen und Animationen, die auf der Leinwand erschienen, sehr unterschiedlich. Meist wurde eine Mischung aus Büros, Wohnungen, kleinen Gewerbebetrieben und Universitäts-Instituten auf dem heutigen Parkplatz platziert, einzelne Studierende hatten auch eine Musikhalle vorgesehen, etwa auf dem Universitätsparkplatz südlich des Schlosses. In den vielen Entwürfen tauchte die vierspurige Straße Schlossplatz in deutlich abgespeckter Version auf oder gar nicht.

Der Strauß an möglichen Bebauungsvarianten wurde nicht ohne Grund vorgestellt, denn die private Schlossplatz-Initiative um Ulrich Krüger und Stefan Rethfeld spielt mit dem Gedanken, einen „städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb“ für das „Schlossareal Münster“, so die offizielle Titulierung, auszuloben.

Über das Thema Wettbewerb informierte der Architekt Christian Lehmhaus vom Büro „Phase 1“ in Berlin. Nur ein professionell vorbereiteter und begleiteter Wettbewerb, so sein Credo, bringe auch gute Ergebnisse. Lehmhaus empfahl eine „breite Bürgerbeteiligung“, da ansonsten die öffentliche Akzeptanz der Bauvorhaben gefährdet sei.

In der Tat dürfte die Frage nach der öffentlichen Akzeptanz des Vorstoßes die spannendste sein. Bei einer Online-Umfrage unsere Zeitung im Herbst 2018, bei der insgesamt 3669 Stimmen gezählt wurden, sprachen sich 78 Prozent der User dafür aus, dass „der Platz auch weiterhin unbebaut“ bleibt.

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