Ampelschaltung an kritischen Stellen
Rot wirkt – aber nicht wie erhofft

Münster -

An unfallträchtigen Stellen will die Stadt verstärkt auf getrennte Grünphasen für nach rechts abbiegende Autos sowie für geradeaus fahrende Radler setzen. Hintergrund: Die rot markierten Radwegfurten verhindern weniger Unfälle als erhofft.

Donnerstag, 14.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 19:28 Uhr
Rot markierte Radwege verhindern an Ampeln weniger Unfälle als erhofft. Foto: Martin Kalitschke

Rot wirkt – aber nicht wie erhofft: So könnte man die Erfahrungen mit rot markierten Radwegen an besonders unfallträchtigen Stellen zusammenfassen. Die Stadt will daher verstärkt auf getrennte Grünphasen für Pkw sowie für Radfahrer bzw. Fußgänger setzen.

Teils schwere Unfälle

Konkret geht es um Stellen, an denen Pkw rechts abbiegen und Radfahrer geradeaus fahren. Dort kommt es nicht nur in Münster, sondern bundesweit wiederholt zu teils schweren Unfällen, berichtet Andreas Pott vom Stadtplanungsamt. An kritischen Stellen setzt die Stadt daher schon seit Jahren auf rot markierte Radfurten.

Unfallforscher des Gesamtverbandes der Versicherer haben zwar bei Verkehrsbeobachtungen festgestellt, dass solche Markierungen durchaus einen Einfluss auf das Verhalten von Pkw- und Radfahrern haben. „Auf Null konnten die Unfallzahlen jedoch nicht reduziert werden“, betont Pott. In einer schriftlichen Stellungnahme wird die Verwaltung noch deutlicher: „Rotmarkierungen der Radfurten, gelbe Blinksignale etc. haben sich oft nur kurzfristig bzw. gar nicht bewährt“.

Coesfelder Kreuz als Modell

Nicht nur die Unfallforscher, auch das Land empfiehlt Kommunen daher getrennte Ampelphasen für rechts abbiegende Pkw sowie für Radfahrer bzw. Fußgänger. An etlichen kritischen Stellen im Stadtgebiet haben sie sich bereits bewährt, betont Pott – zum Beispiel an der Kreuzung Coesfelder Kreuz/Ring.

In den vergangenen Monaten untersuchte die Stadt weitere 100 konfliktträchtige Rechtsabbiegersituationen. Ergebnis: An mindestens 19 Stellen besteht Handlungsbedarf. Stimmt die Politik zu, sollen auch hier in den kommenden Monaten die Grünphasen getrennt werden.

Obwohl sich der Nutzen rot markierter Radwege in Grenzen hält, plant die Stadt weitere Markierungen. Warum? „Sie sind eine nützliche Sofortmaßnahme – eine Änderung der Ampelphasen, zu der oft auch noch bauliche Maßnahmen hinzukommen, dauert einfach länger“, erläutert Pott. Er vergleicht das Vorgehen der Stadt mit der Behandlung einer Erkältung: „Zunächst trinkt man Tee – Medikamente nimmt man hingegen erst, wenn der Tee nicht mehr hilft.“

Bei der Polizei stößt eine getrennte Ampelschaltung auf Zustimmung. „Sie sorgt für mehr Verkehrssicherheit“, betont eine Sprecherin. Zugleich betont sie, dass die Zahl der Unfälle an den betreffenden Stellen nicht zwingend auf Null sinken wird: „Auch an Ampeln machen Verkehrsteilnehmer Fehler.“

An diesen Kreuzungen bekommt die Promenade Vorfahrt

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  • Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Ab 2019 sollen Radfahrer, die auf der Promenade fahren, an diesen vier Kreuzungen Vorfahrt haben:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Salzstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Hörstertor – hier regelt derzeit eine Ampel den Verkehr

    Foto: Matthias Ahlke
  • Kanalstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Am Kreuztor

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die sechs weiteren Kreuzungsbereiche sollen später folgen. Dort könnten Unterführungen - wie an der Mauritzstraße - oder Brücken gebaut werden.

    Foto: Matthias Ahlke
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