Umfrage der Polizei
Mehrheit gegen Helmpflicht für Radfahrer

Münster -

Die münsterische Polizei hat im Internet ein Stimmungsbild zur Frage, ob es eine Helmpflicht für Fahrradfahrer geben soll, eingeholt. Das Ergebnis fällt überraschend deutlich aus.

Mittwoch, 06.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 19:24 Uhr
Die münsterische Polizei setzt darauf, dass sich die Bürger aus Überzeugung für Fahrradhelme entscheiden. Foto: dpa

Das Votum ist eindeutig: 69 Prozent der 3289 Teilnehmer einer Twitter-Umfrage der münsterischen Polizei sprechen sich gegen eine Helmpflicht aus. Parallel fragt die Behörde derzeit im sozialen Netzwerk Facebook, was die User von einer Helmpflicht halten.

„Uns geht es um ein Stimmungsbild“, sagt Polizei-Sprecherin Antonia Klein – und betont gleich, dass ihre Behörde bei diesem Thema eine klare Position habe. „Wir begrüßen es, wenn sich die Verkehrsteilnehmer aus Überzeugung freiwillig für einen Fahrradhelm entscheiden“, sagt Klein. Eine Helmpflicht favorisiere ihre Behörde nicht.

Kommentare sind willkommen

Die Ergebnisse der Twitter- und Facebook-Umfragen sollen nun zusammen mit einer Arbeitsgruppe der Universität Münster analysiert werden – „anonym“, wie die Sprecherin betont. Diese Ergebnisse sollen in die alltägliche Arbeit der Polizei und in die Arbeit der Gremien, in denen die Polizei mitarbeitet, einfließen.

Im Zusammenhang mit den Umfragen wird nicht nur danach gefragt, ob die User für oder gegen eine Helmpflicht sind. Auch Kommentare sind willkommen. Über mangelnde Resonanz kann sich die Behörde nicht beschweren – viele äußern auf Twitter und Facebook dezidiert ihre Meinung.

"Lebensmüde"

„Die meisten Stürze, die ich hatte und bisher auch sah, gingen immer seitlich auf den Kopf. Ohne Helm ist man aus meiner Sicht lebensmüde“, schreibt ein User. Ein anderer meint: „Am Besten mal eine Umfrage in der Notaufnahme und Chirurgie machen, da sind die, die die Unvernunft wieder zusammenflicken dürfen.“

Doch es gibt auch Positionen gegen eine Helmpflicht. „Ich hab noch nie ein Auto gebraucht, aber mit Helmpflicht auf dem Rad wäre es so weit“, schreibt einer. „Was kommt denn als nächstes? Helmpflicht im Haushalt? Dort passieren bekanntlich die meisten Unfälle“, kommentiert ein anderer User den Vorstoß der münsterischen Polizei.

Regeln auf Fahrradstraßen

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  • 1 Schild dpa

    Was ist denn eine Fahrradstraße? Mit diesem Schild können viele Verkehrsteilnehmer wenig anfangen. 1997 wurden durch die sogenannte Fahrrad-Novelle der Straßenverkehrsordnung die Regeln für Fahrradstraßen festgelegt:

    Foto: dpa
  • Als Fahrradstraßen werden Straßen bezeichnet, die vorrangig für den Radverkehr vorgesehen sind.  Sie sollen Vorteile gegenüber dem Kfz-Verkehr schaffen und so auch zu mehr Sicherheit für Radfahrer führen.

    Foto: Jan Hullmann
  • In Deutschland ist die Nutzung einer solchen Fahrradstraße dem Radverkehr vorbehalten. Radfahrer dürfen hier auch nebeneinander fahren.

    Foto: Michael Grottendieck
  • Soll die Straße auch durch andere Fahrzeuge befahren werden, muss dies durch Zusatzzeichen ausgeschildert sein. So kann zum Beispiel der Autoverkehr für Anlieger oder nur in eine Richtung erlaubt sein.

    Foto: Jan Hullmann
  • Radfahrer haben auf einer Fahrradstraße Vorrang vor Autos und anderen Fahrzeugen, welche diese Straße benutzen. Doch dies bedeutet nicht, dass Fahrradfahrer auch an Kreuzungen Vorfahrt haben, hier gilt – sofern nichts anderes ausgeschildert wurde – „rechts vor links“.

    Foto: Jan Hullmann
  • Andere Kraftfahrer müssen sich auf der Fahrradstraße dem Radverkehr anpassen, sodass ein Behinderung oder Gefährdung der Radfahrer vermieden wird. Das gilt insbesondere auch für Überholvorgänge. Dabei muss ein ausreichender Seitenabstand - laut Rechtsprechung mindestens  1,5 Meter - eingehalten werden.

    Foto: Tobias Denne (Archiv)
  • Auf einer Fahrradstraße muss die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen  immer angepasst sein. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Fahrradstraßen beträgt darüber hinaus immer 30 km/h. Darauf weist auch dieses Schild am Lindberghweg in Münster hin.

    Foto: Stadt Münster (Archiv)
  • Zu den zwölf bestehenden Fahrradstraßen in Münster sollen noch zehn weitere hinzukommen.

    Foto: Martin Kalitschke, Grafik: Jürgen Christ
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