Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm
Karatehalle kann gebaut werden

Münster -

Die Karatehalle kann jetzt am Mauritz-Lindenweg gebaut werden. Das teilte die Stadt Münster nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm mit.

Freitag, 15.02.2019, 12:38 Uhr aktualisiert: 15.02.2019, 15:24 Uhr
Für den Bau der geplanten Karatehalle hatte die Stadt bereits im vergangenen Jahr Bäume fällen lassen. Foto: Oliver Werner

Die Stadt Münster hat am Freitag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm im Rechtsstreit gegen den Sportverein Münster 08 einen Erfolg errungen. Der 12. Senat urteilte, dass die Stadt dem Verein die Nutzung eines Grundstücks neben seinem Kunstrasenplatz in Kanalnähe kündigen durfte. Auf dem Gelände soll der Karateverein Shotokan eine neue Halle bauen.

Die bisherige Halle der Karatekas steht auf dem Baugelände der Mathilde-Annecke-Gesamtschule im Ostviertel. Wenn die Schule mitsamt ihrer Turnhalle zum Schuljahr 2021/22 fertig werden soll, muss die alte Karate-Halle in diesem Sommer abgerissen werden.

"Unsportliches Verhalten unter Sportvereinen"

Die städtische Sportdezernentin Cornelia Wilkens freute sich, dass die Planungen für den Neubau des Shotokan-Dojos nun zügig vorangehen könnten. Und sie hofft, „dass ein so unsportliches Verhalten unter Sportvereinen nicht mehr vorkommt“, sagte sie gerichtet an den Verein Münster 08, der mit dem am Freitag beendeten Verfahren eine Kette von Klagen vor dem Verwaltungsgericht, dem Landgericht und nun dem Oberlandesgericht gegen die Stadt im Streit um das Gelände durchfochten hat.

Revision gegen das Urteil wurde vom OLG-Senat nicht zugelassen, so Martin Brandt, der Sprecher des OLG Hamm. Er weist aber darauf hin, dass die Stadt zwar nun im Grundsatz recht bekommen hat. Bevor sie das Grundstück dem Verein Shotokan zur Verfügung stellt, müsse der Verein Münster 08 noch formell das Gelände räumen. Sollte es dagegen Widerstände geben, könnte die Stadt allerdings, ähnlich wie bei der Kündigung einer Mietsache, einen Räumungstitel erwirken.

Revision ist nicht zugelassen

Dazu werde es aber nicht kommen, sagte am Freitag der stellvertretende Vorsitzende von Münster 08, Wolfgang Mehnert. Er wies noch einmal darauf hin, dass die geplante Karate-Halle in Nachbarschaft des 08-Kunstrasenplatzes seinen Verein beeinträchtige. Münster 08 trägt laut OLG-Hamm zwei Drittel der Verfahrenskosten.

Cornelia Wilkens kündigte Gespräche mit dem Verein Shotokan für die kommende Woche an. Dessen Vorsitzender Oliver Lich betonte gegenüber unserer Zeitung, er wolle nun zunächst abwarten, was die Stadt anbiete. Ihm ist es wichtig zu betonen, dass es sich bei dem Rechtsstreit um eine Auseinandersetzung zwischen Stadt und Münster 08 gehandelt habe. „Wir haben Erbbaurecht für das Gelände unseres jetzigen Dojos und sollen unser Eigentum aufgeben“, stellte Lich klar. „Unser Verein sieht aber sehr wohl, dass der Bau der Gesamtschule ein wichtiges öffentliches Interesse ist“, fügt Lich hinzu und betont die grundsätzliche Kooperationsbereitschaft von Shotokan.

Unser Verein sieht aber sehr wohl, dass der Bau der Gesamtschule ein wichtiges öffentliches Interesse ist.

Oliver Lich

Eine Baugenehmigung für die neue Halle auf dem bisher umstrittenen Grundstück hat der Verein bereits, die Ausführungsplanungen seien aber von der Stadt mit Blick auf den Rechtsstreit gestoppt worden.

Es wäre möglich, im Sommer mit dem Bau beginnen zu können und die Halle in rund eineinhalb Jahren fertigzustellen. Für eine längere Zeit heimatlos zu werden, darauf hatte Shotokan immer hingewiesen, sei für den rund 400 Mitglieder zählenden Karateverein ein hohes Risiko.

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