70 Kilometer auf nassen Socken
Protest gegen TV-Verbot - Neunjähriger reißt ohne Schuhe aus

Münster -

Einen neunjährigen Heim-Ausreißer aus Herne hat die Bundespolizei in Münster mit Schuhen und neuen Socken versorgt. Der Junge war am Montag mit einem Regionalexpress von Wanne-Eickel nach Münster gefahren. 70 Kilometer unterwegs auf nassen Socken.

Dienstag, 12.02.2019, 06:56 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 07:14 Uhr
Wegen eines Fernsehverbots hat sich ein Neunjähriger entschlossen, aus einem Heim zu flüchten. Foto: colourbox.com

Das ist selbst für die Bundespolizei kein alltäglicher Einsatz gewesen. Am Montagnachmittag gegen 13.25 Uhr meldeten sich Zugbegleiter eines Regionalexpresses von Wanne-Eickel nach Münster, dass ein alleinreisendes Kind ohne Schuhe mitfahren würde. 

Nur mit Socken bekleidet habe er eigenen Angaben zufolge gegen ein Fernsehverbot protestieren wollen. Dazu sei er von Herne zum Bahnhof in Wanne-Eickel gelaufen und von dort in das rund 70 Kilometer entfernte Münster gefahren. Über die Bahnhofsmission organisierten die Beamten in Münster dann Schuhe und neue Socken, wie die Bundespolizei am Dienstag mitteilte.

Nachdem die Beamten den frierenden Jungen noch mit einem Kakao zum Aufwärmen versorgt hatten, holte ein Mitarbeiter des Kinderheims ihn auf der Wache ab.

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